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Handball: Ewiger Zweiter Flensburg-Handewitt genießt Siegesserie

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Vereine wie der SSC Magdeburg erzielen mehr Tore, der THW Kiel oder die Rhein-Neckar Löwen aus Mannheim haben mehr Geld, aber an der Tabellenspitze der Handball-Bundesliga thront seit mehreren Monaten die SG Flensburg-Handewitt. Seit dem 22. März 2018 hat Flensburg kein Bundesligaspiel mehr verloren. In einer der besten Ligen der Welt strotzen die Norddeutschen nach 20 Siegen in Folge nur so vor Selbstvertrauen.

Lange Zeit war die SG als ewige Nummer zwei verschrien. In den letzten 22 Jahren wurde Flensburg 12 Mal Vizemeister. Auch Trainer-Ikone Ljubomir Vranjes, der von November 2010 bis Juni 2017 am Steuerruder stand, holte an der Ostsee nie die Meisterschaft. Als Nachfolger wurde sein langjähriger Assistent Maik Machulla bestimmt, der zuvor nur Zweitligateams als Chef betreut hatte. Dennoch gewann Machulla auf Anhieb die Meisterschaft mit einer Truppe, die vom Talent einigen anderen Teams unterlegen schien, sich allerdings äußerst homogen präsentierte.

Weil Flensburg im Sommer allerdings Thomas Mogensen (35) und Torhüter Matthias Andersson (40) in den Ruhestand verabschieden musste und dazu noch die beiden Stars Kentin Mahe (27) und Henrik Toft Hansen (31) verlor, galt das Team vor der Saison trotz des Titels maximal als Verfolger von Kiel und Mannheim. Doch je länger Machulla im Amt ist, desto mehr streift der Klub den Status des ewigen Zweiten ab. Niemand hätte es kommen sehen, dass die Spielgemeinschaft aus Schleswig-Holstein nach zwölf Spieltagen ungeschlagen an der Spitze steht.

Team fast fünf Jahre jünger

Im Hinblick auf die hochkarätigen Abgänge wurde das Team im Sommer etwas umgekrempelt. Mit dem 21-jährigen Kreisläufer Johannes Golla, Göran Johannessen (24) und Torbjörn Bergerud (24) wurde die Mannschaft verjüngt – insgesamt um fast fünf Jahre. Dazu gesellte sich Magnus Jöndal (30), der direkten Einfluss auf das Offensivspiel nimmt und seine 36 Bundesligatore mit einer starken Wurfquote von 75 Prozent abrundet. Überzeugend ist nach wie vor die Defensive um Abwehrchef Tobias Karlsson. Vor allem aber mental stellt Flensburg die Konkurrenz in den Schatten. Bereits fünf Spiele mit einem Tor Differenz haben sie für sich entschieden.

In der Tabelle hat Flensburg auf den Kontrahenten Magdeburg aber nur einen geringen Vorsprung, zudem sitzen ihnen Mannheim und Kiel im Nacken. Trotz des blendenden Starts sollte Flensburg sich keine Ruhepause gönnen. Aber das haben sie auch nicht vor. Nach dem knappen 26:25-Erfolg gegen Magdeburg schickte Kapitän Karlsson selbstbewusst eine Warnung an die Konkurrenz: „Ich glaube aber, dass wir uns noch weiter verbessern können.“

In der Champions League wurde Flensburg zuletzt zweimal hintereinander von Paris Saint-Germain geschlagen, auf europäischem Parkett belegen die Norddeutschen nur Platz vier. In der Bundesliga scheint Flensburg aber extra motiviert zu sein. Am kommenden Montag gegen die Rhein-Neckar Löwen wollen sie die weiße Weste wahren. Der Ligarekord ist jedoch noch nicht in Gefahr. Zwischen Mai 2011 und September 2012 brachte es der THW Kiel auf 40 Siege am Stück.

 

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