Fußball

Fußball: Der Weg der SSC Neapel an die Spitze: Ist die Titelverteidigung möglich?

napuliker (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Stadio_San_Paolo_Napoli_-_panoramio.jpg), „Stadio San Paolo Napoli - panoramio“, https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/legalcode

Die SSC Neapel hat den ersten Scudetto seit 33 Jahren gewonnen und eine ganze Stadt in einen kollektiven Freudentaumel versetzt. Was hat die Mannschaft in der letzten Saison stark gemacht und wie geht es jetzt weiter, nachdem Erfolgstrainer Luciano Spalletti den Verein verlässt und durch Rudi Garcia ersetzt wird? Womöglich gehen auch der Sportdirektor und der ein oder andere Schlüsselspieler. Ein Blick in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Es ist keine 20 Jahre her, als die SSC Neapel bei null anfangen musste. Wegen Schulden in Höhe von 70 Millionen Euro musste der Klub in die dritte Liga zwangsabsteigen. Der Film „Sky Captain and the World of Tomorrow“ mit Angelina Jolie, Jude Law und Gwyneth Paltrow stand damals kurz vor der Premiere. Wieso ist das relevant? Der Filmproduzent hieß Aurelio De Laurentiis. Obwohl der gebürtige Römer keinerlei Erfahrung im Fußballgeschäft hatte, übernahm er die SSC an diesem Tiefpunkt für 29 Millionen Euro. Statt Hollywood stand für De Laurentiis zunächst mal der Wiederaufbau eines maroden Fußballvereins auf dem Plan.

„Der Klub existierte praktisch nicht mehr“, sagte De Laurentiis. „Wir kauften Trikots im Laden an der Ecke, stellten spät eine Mannschaft zusammen und trainierten auf den Ariston-Spielfeldern in Paestum.“ Auch wenn der Aufstieg in die erste Liga bereits 2007 gelang, war De Laurentiis bei den Fans stets umstritten. Zu egozentrisch und stur wirkte der Klub-Boss, der gelegentlich die eigenen Spieler oder Fans verbal attackierte, und zu präsent waren die Erinnerungen an Diego Armando Maradona, der während seiner Zeit in Neapel zwischen 1984 und 1991 zu einer Art Stadtheiligen wurde.

Neapel spielte oft ansehnlichen Fußball

In den Jahren vor und nach Maradona spielten die Süditaliener oft leidenschaftlich und ansehnlich, aber es fehlte ihnen die Kaltschnäuzigkeit der Mannschaften aus dem Norden. 2017/2018 hätte Neapel beinahe die Durststrecke gebrochen. 91 Punkte (einer mehr als in der abgelaufenen Saison) reichten allerdings nicht aus, um vor Juventus Turin zu landen – der Mannschaft, die von 2012 bis 2020 die Meisterschaft einfuhr.

Kvaratskhelia, Kim & Co.: Der kritisierte Transfersommer 2022

Im Sommer 2022 war Turin nicht mehr das Maß aller Dinge, die Meisterschaft so offen wie selten. In der Vorsaison, der ersten von Trainer Luciano Spalletti, war Neapel auf Rang drei gelandet und hatte zwischenzeitlich die Tabellenführung innegehabt. Die Fans forderten eine Transferoffensive von De Laurentiis – stattdessen machte sich Ernüchterung breit: Stars wie Kalidou Koulibaly, Fabián Ruiz und Vereinslegenden wie Lorenzo Insigne und Dries Mertens verließen den Klub; zum Unmut der Fans, die den Rücktritt des Vereinspräsidenten forderten. Doch De Laurentiis dachte nicht daran, er sah das Positive: Dank der Abgänge konnte der Klub die Gehaltskosten um 16 Prozent reduzieren.

Viele Fans waren der Ansicht, dass ihm Geld wichtiger sei als Erfolg. Immer wieder gab es Proteste gegen die Erhöhung der Ticketpreise. „Man nennt mich nicht umsonst den Schweizer, weil ich harte Fakten produziere und zeigen werde, dass man in Neapel seriös wirtschaften kann“, sagte der heute 74-Jährige einmal. Mit seinem Hang zur Selbstinszenierung übertrieb er es manchmal, dennoch dachte er immer langfristig: Es sollte kein zweites Mal passieren, dass der Klub mehr ausgibt als er einnimmt.

Um die Abgänge aufzufangen, wurden Spieler wie Khvicha Kvaratskhelia, Frank Anguissa und Min-Jae Kim geholt. Sie verursachten (jedenfalls damals) keine Begeisterungsstürme bei den Fans. Anguissa stieg 2021 mit dem FC Fulham aus der Premier League ab, wurde wenige Monate später von den Neapolitanern ausgeliehen und ein Jahr später fest verpflichtet. Kim kam von Fenerbahce Istanbul und hatte erst eine Saison in Europa auf dem Buckel. Kvaratskhelia lief bis zum Beginn des Ukraine-Kriegs für den russischen Klub Rubin Kasan auf. Ehe er im Sommer für 11,5 Millionen Euro nach Italien wechselte, spielte er noch ein paar Monate für Dinamo Batumi in seiner georgischen Heimat. Nachdem der Kader Formen angenommen hatte, wurden vor allem die beiden Mailänder Vereine und mit Abstrichen Juventus Turin als Titelkandidaten gehandelt – aber von Neapel sprach niemand.

Neapel dominiert die Serie-A-Saison

Dennoch formte Spalletti aus dem vorhandenen Kern und den Neuzugängen eine schlagkräftige Mannschaft. Von den ersten 24 Serie-A-Spielen konnte Neapel nur drei nicht gewinnen (eine Niederlage, zwei Remis). Vor allem die Dominanz bis zum Frühjahr war beeindruckend. Es entwickelte sich kein Meisterrennen mehr. Nach dem letzten Spieltag hatte Neapel mit 90 Punkten den Zweiten Lazio Rom (74 Punkte) und alle anderen Topteams deutlich distanziert.

Bereits Anfang Mai, fünf Spieltage vor Saisonende, strömten die Massen in die verwinkelten Gassen der drittgrößten Stadt Italiens, um nach 1987 und 1990 die dritte Meisterschaft der Vereinsgeschichte zu zelebrieren. Neapel hatte die beste Offensive der Liga (77 Tore), die beste Abwehr (28 Gegentore), den besten Torschützen (Victor Osimhen, 26 Tore) und besten Vorlagengeber (Khvicha Kvaratskhelia, 10 Vorlagen).

„Fast niemand kannte einen der Jungs, den wir verpflichtet haben. Ein Georgier und ein Südkoreaner. Es klang wie der Anfang eines Witzes“, scherzte De Laurentiis.

Der Einfluss von Trainer Luciano Spalletti

Die erneuerte Neapel-Mannschaft besaß Courage, Unerschrockenheit – und einen Trainer, der die gängigen taktischen Konzepte hinterfragte. „Im Fußball gibt es keine Systeme mehr, es geht nur noch um die Räume, die der Gegner lässt. Man muss sie schnell erkennen und den richtigen Moment abwarten, um zuzuschlagen und den Mut haben, den Spielzug zu starten, auch wenn man unter Druck steht“, sagte Spalletti. Der Trainer hatte einen großen Anteil an der Meisterschaft, weil sich sein Mut auf seine Spieler übertrug.

Der 64-Jährige setzte auf eine 4-3-3-Aufstellung. Aber viel wichtiger als die Grundordnung war ihm, dass seine Spieler ihr Verhalten ständig von Raum und Gegner abhängig machen. Anstatt feste Positionen einzunehmen, sollten seine Spieler gefährliche Räume besetzen. Durch ständige Rotationen konnte Neapel schnell Schwächen in der gegnerischen Verteidigung aufdecken. Ein komplexer Fußball, da die Spieler ihre Laufwege aufeinander abstimmen mussten. Der Vorteil war, dass der Gegner immer wieder wechselnde Spieler verteidigen musste. Diese Unberechenbarkeit gepaart mit forschem Angriffspressing machte Neapel zu einem der unangenehmsten Gegner in Europa.

Als Neapel im Achtelfinale der Champions League auf Eintracht Frankfurt traf und den Hessen keine Chance ließ, sagte Frankfurts damaliger Trainer Oliver Glasner: „Sie haben immer eine hohe Intensität. Ohne Ball spielen sie aggressiv, pressen sehr hoch und haben ein sehr intensives Gegenpressing. Das ist in Italien sonst nicht so häufig zu sehen.“ Immerhin erreichte Neapel das Viertelfinale der Champions League, doch anders als in der Serie A war der AC Mailand im April zu stark.

Die Aufbauspieler Kim und Lobotka

Unter Spalletti war Neapel eine der balldominantesten Mannschaften Italiens. Kim war sofort für den Spielaufbau zuständig, entwickelte sich in Windeseile zu einem der besten Zweikämpfer der Liga und hatte einen großen Anteil daran, dass die Fans Koulibaly nicht mehr hinterher trauerten. Sein Trainer bezeichnete Kim im März 2023 sogar als „besten Innenverteidiger der Welt“. Zumindest in Italien wurde der 1,90 Meter Hüne zum besten Verteidiger der Saison ausgezeichnet.

Nicht nur Kim hat eine Schlüsselrolle inne, sondern auch Stanislav Lobotka, der als Bindeglied zwischen Defensive und Offensive fungierte. Auch unter hohem Druck glänzte er mit seiner Pressingresistenz. „Dem zierlichen Slowaken Stanislav Lobotka den Ball zu geben, ist, als würde man ihn in einen Safe legen“, schrieb The Athletic: „Er ist wie Iniesta. Er scheint leicht zu fangen zu sein, aber dann entkommt er einem und beschleunigt.“ Gemeinsam mit Piotr Zieliński und Anguissa bildete Lobotka ein starkes Trio im Mittelfeld, das defensiv konzentriert und offensiv dynamisch zu Werke ging.

Kvaradonaharmoniert mit Osimhen

Dazu kam die Genialität der Einzelspieler: allen voran die von Linksaußen Khvicha Kvaratskhelia, der Entdeckung der Saison. Insidern zufolge verdient der 22-Jährige bei Neapel 1,2 Millionen Euro im Jahr. Allein durch seine Leistungen in Jahr eins: ein Schnäppchen. Schon nach kurzer Zeit wich die ursprüngliche Skepsis dem süditalienischen Enthusiasmus. Der Spitzname „Kvaradona“ war geboren.

Der Georgier ist beidfüßig und weiß genau, welchen Fuß er wann einsetzen muss und wie er sich aus Schwierigkeiten herauswinden kann. Sobald er den Ball bekommt, attackiert er seinen Gegenspieler mit Tempo. Kvaratskhelia kam als Ersatz für Lorenzo Insigne, der schon in der Jugend für Neapel spielte. Noch mehr als Insigne liebt Kvaratskhelia das Dribbeln, was dem Spiel von Neapel guttat.

Vor allem sein Verständnis mit Victor Osimhen war ein Schlüssel für Neapels Erfolg. Das Duo harmonierte so gut, dass ihre individuellen Stärken sich multiplizierten. Auf dem linken Flügel spielte Kvaratskhelia immer wieder seine Variabilität aus: Entweder zog er nach innen oder flankte auf der Außenbahn auf den kopfballstarken Osimhen. Der schnelle Stürmer brachte sich zwar weniger ins Kombinationsspiel ein, aber spielte seine Torgefährlichkeit aus, wenn er steil geschickt oder per Flanke bedient wurde. Als erster Afrikaner jemals wurde der Ex-Torjäger des VfL Wolfsburg zum Capocannoniere gekrönt, zum besten Torschützen der Serie A.

Außerdem profitierte Neapel davon, dass schwere Verletzungen ausblieben. Dazu waren nur fünf Neapel-Spieler bei der WM im Winter, weshalb die Mehrzahl der Spieler ausgeruht in die Rückrunde starten konnte.

Neapels Meistertrainer Spalletti und sein geklautes Auto

Nach der Meisterschaft musste so mancher Fan nachdenken, ob es klug war, Spalletti zu früh abzuschreiben. Denn in seiner ersten Saison wurde Spallettis Fiat Panda von unbekannten, wohl frustrierten Fans gestohlen, obwohl der Trainer einen attraktiven Fußball spielen ließ, der Neapel in Reichweite der Spitzenmannschaften brachte. Auf einem Banner war zu lesen, dass er sein Auto nur zurückbekäme, wenn er den Klub verlasse. „Es kommt darauf an, in welchem Zustand es ist“, reagierte Spalletti mit Klasse. „Wie viele Kilometer sie zurückgelegt haben und in welchem Zustand die Reifen sind. Wenn meine Pino Daniele-CDs weg sind, werde ich das Auto nicht zurücknehmen.“ Wie Maradona und Ortspatron San Gennaro wird auch Pino Daniele in Neapel verehrt.

napuliker (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Stadio_San_Paolo_Napoli_-_panoramio.jpg), „Stadio San Paolo Napoli – panoramio“, https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/legalcode

Einen Tag nach Saisonende stand Spalletti im Pressekonferenz-Raum der SSC und hatte Besuch von vermummten Ultras, die ihm ein Paket überreichten. So hatte es zumindest den Anschein. Spalletti riss das Paket, eingepackt in himmelblaues Geschenkpapier, unter Gelächter auf und klatschte anschließend mit den Überbringern des Geschenks ab. Darin war das scheinbar geklaute Lenkrad eines Fiat Panda und zwei Pino Daniele-CDs. Dazu bekam Spalletti einen Brief: „Das ist das, was vom geschmolzenen Panda übrig geblieben ist. Du bist in unserem Herzen, Lucià!“

Dem Sportjournalisten Salvatore Amoroso zufolge handelte es sich jedoch um einen lieb gemeinten Scherz. „Sie gaben vor, die Diebe zu sein, und trugen Sturmhauben, die sie nach den Umarmungen wieder abnahmen“, so der Reporter auf Twitter.

Spalletti verlässt den SSC Neapel nach zwei Jahren

Neapel ist für keinen Trainer ein einfaches Pflaster. Obwohl Spalletti noch einen Vertrag bis 2024 besaß, bat er den Klub um ein Ende der Zusammenarbeit. De Laurentiis kam dem Wunsch nach. Vielleicht war auch die überzogene Erwartungshaltung mancher Tifosi ein Grund für Spallettis Entscheidung. Zudem wäre die Wiederholung der Meisterschaft ein schwieriges Vorhaben geworden. Offenbar habe es zwischen De Laurentiis und Spalletti auch immer wieder Spannungen gegeben.

Spalletti zieht sich jetzt auf seine Farm in der Toskana zurück, wo er sich dem Weinanbau widmen wird. „Ich weiß nicht, ob man es Sabbatical nennen kann, aber es wird ein Jahr ohne Arbeit sein. Ich werde weder Neapel noch eine andere Mannschaft trainieren“, sagte er nach Saisonende.

Als mögliche Nachfolger waren Luis Enrique, Vincenzo Italiano, Rafael Benítez oder Christophe Galtier im Gespräch. Die Wahl fiel schließlich auf einen vereinslosen Trainer, der bis dahin nicht genannt wurde: Rudi Garcia.

Garcia folgt bei Napoli auf Spalletti: Stil ähnelt dem Vorgänger

Die Meinungen zum 59-jährigen Franzosen sind gespalten. Manche verweisen auf seine Erfolge mit dem OSC Lille (Double 2011) und Olympique Lyon (Halbfinale der Champions League 2020). Andere halten ihm vor, dass er nicht konstant mit einer Mannschaft Erfolg hatte. Zuletzt trainierte er Al-Nassr, den Klub von Cristiano Ronaldo. Nach nur etwa neun Monaten trennten sich Garcia und Al-Nassr „im gegenseitigen Einvernehmen“ im April 2023, als der Klub auf Platz zwei der saudischen Liga stand.

In Italien ist Garcia kein Unbekannter: Zwischen Juli 2013 und Januar 2016 war er für den AS Rom verantwortlich. Gleich zu Beginn gelang ihm ein Serie-A-Rekord, der bis heute besteht. Zu Saisonbeginn 10 Siege in Folge bei einer Tordifferenz von 24:1. Bis zum Saisonende hatte Rom 85 Punkte gesammelt und wurde Zweiter. Kurios: Als Garcia entlassen wurde, ersetzte ihn Spalletti. Dieser führte die Römer 2016/2017 sogar zu 87 Punkten.

Wie Spalletti setzt auch Garcia hauptsächlich auf ein 4-3-3. „Für diese Mannschaft passt das 4-3-3 wie angegossen, aber ich möchte, dass meine Spieler die Formation wechseln können, um so den Gegner zu überraschen. Ich will intelligente Spieler, die nicht nur mit Plan A gewinnen können“, sagte er bei seiner Antritts-Pressekonferenz.

Garcia ist ein Freund des Offensivfußballs. Stilistisch gibt es Überschneidungen zwischen Spalletti und seinem Nachfolger. „Fußball ist ein Spektakel und die Leute kommen, um ein Spektakel zu sehen“, sagte er 2013 in einem Interview mit World Soccer.

In der Vergangenheit ließ Garcia seine Flügelspieler, oft ins Zentrum ziehen, um die Außenbahnen für die Außenverteidiger zu öffnen. Auch unter Spalletti hatten Mário Rui, Giovanni Di Lorenzo oder Mathías Olivera häufig den Auftrag, tief in die gegnerische Hälfte vorzurücken. Währenddessen ließ sich ein defensiver Mittelfeldspieler (oft Anguissa) fallen. Wo sich Garcia von Spalletti unterscheidet, ist die Vertikalität seines Spiels. Unter Spalletti war Neapel geduldig im Spielaufbau und reihte oft lange Passfolgen aneinander, ehe das Spiel in der gegnerischen Hälfte an Fahrt aufnahm. Garcias Mannschaften sind noch direkter im Spiel nach vorne.

Der SSC Neapel steckt sich hohe Ziele

Für die Partenopei ist die Fallhöhe natürlich hoch. „Jeder Trainer, der auf der Bank von Neapel sitzt, weiß um die Schwere der Aufgabe. Wenn man den Titel gewonnen hat, muss man ihn wiederholen, um sich zu verbessern, und das wird nicht einfach sein“, räumte Garcia ein. Dennoch ist der SSC im Kreis der Favoriten. De Laurentiis hofft neben der Titelverteidigung in Italien sogar darauf, das Champions-League-Finale zu erreichen.

Bleibt Sportdirektor Cristiano Giuntoli?

Um die hochgesteckten Ziele verwirklichen zu können, wäre es hilfreich, würde Sportdirektor Cristiano Giuntoli bleiben – eine mittlerweile ziemlich undenkbare Vorstellung. Sein Anteil an der Meisterschaft ist anderen Vereinen nicht verborgen geblieben, ein Wechsel zu Juventus Turin soll bevorstehen. Giuntoli war dafür verantwortlich, Di Lorenzo, Rui und Zieliński aus Empoli zu holen. Er verpflichtete Innenverteidiger Amir Rrahmani (von Hellas Verona) und Lobotka (von Celta Vigo) und traute ihnen den nächsten Schritt zu. Beide schlugen ein.

Welche Spieler stehen vor dem Absprung?

Die größten Begehrlichkeiten haben allerdings die Spieler geweckt, allen voran Kim, Osimhen und Kvaratskhelia. Zumindest ein Verbleib der beiden letztgenannten scheint möglich. „Wir haben bereits vor der Scudetto-Party mit Osimhen gesprochen und sind uns einig, seinen Vertrag um zwei weitere Jahre zu verlängern.“ Das würde bedeuten, dass er seinen Vertrag bis 2027 ausdehnen würde. Trotzdem ist ein Wechsel in diesem Sommer nicht ausgeschlossen. „Wenn ein Angebot kommt, dass ich für das Wohl von Neapel nicht ablehnen kann, dann bin ich gesprächsbereit – das ist doch klar“, sagte De Laurentiis am Rande der Vorstellung von Garcia. Paris Saint-Germain soll ein Angebot vorbereiten.

Osimhen wurde als mit Abstand teuerster Transfer in Neapels Vereinsgeschichte vor drei Jahren für 75 Millionen Euro geholt. Ein Geschäft, das mit Blick auf sein Potenzial getätigt wurde, aber dennoch vielen überteuert erschien. Auch dieses Risiko wurde belohnt. Für 80 oder 90 Millionen Euro wird De Laurentiis seinen Top-Stürmer aber bestimmt nicht gehen lassen.

Bei Kim dagegen deutet sich ein Abgang an, ein Wechsel zum FC Bayern München ist nur noch eine Frage der Zeit. Natürlich könnten auch andere Spieler den Verein verlassen, beispielsweise Rrahmani, Zieliński, Torhüter Alex Meret oder Angreifer Hirving Lozano, deren Verträge allesamt 2024 auslaufen. Trotzdem ist ein großer Ausverkauf unwahrscheinlich.

Welche Spieler sind als Neuzugänge im Gespräch?

Auf der Zugangsseite wurden bisher nur die beiden Stürmer Giacomo Raspadori und Giovanni Simeone vermerkt. Beide spielten aber schon in der vergangenen Saison auf Leihbasis für Neapel und gaben dem Team Flexibilität im Angriff. Als mögliche Neuzugänge sind Ex-Augsburg-Verteidiger Kevin Danso (RC Lens), Ko Itakura (Borussia Mönchengladbach) oder Lucas Tousart (Hertha BSC) im Gespräch. Aber ein konkreter Transfer ist noch nicht in Sicht.

Für Rudi Garcia bedeutet das: Die Ansprüche sind hoch, aber das Spielermaterial sollte vielversprechend bleiben. Eine Wiederholung der Meisterschaft ist daher nicht ausgeschlossen, wenn auch vermutlich ohne die Dominanz aus der Vorsaison.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert