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Eishockey: Nürnberg gegen Straubing war nur auf dem Papier entschieden

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Die Rollenverteilung schien klar vor dem Spiel zwischen den Nürnberg Ice Tigers und den Straubing Tigers. Doch der Tabellenführer aus Mittelfranken hatte mehr Mühe mit dem Tabellenletzten als erwartet. Erst im Penalty-Schießen setzte sich Nürnberg mit 2:1 durch.

Im Basketball können Teams riesige Rückstände noch in einen Sieg verwandeln. Fußball ist eine der wenigen Sportarten, in der die destruktivere Mannschaft gegen die bessere  gewinnen kann. Nicht über eine lange Saison gesehen, aber in einem Spiel. Allzu schön anzuschauen ist so ein Vergleich eher nicht, wenn sprichwörtlich der Teambus vor dem eigenen Tor geparkt wird und die Strategie auf nichts anderes ausgelegt ist als das Ergebnis zu sichern.

Im Eishockey passiert es hin und wieder, dass der klare Außenseiter sein Heil in der Offensive sucht, auf Sieg spielt und die Leistungsverhältnisse auf den Kopf stellt. Am Sonntag in Nürnberg waren die Straubing Tigers zu Gast bei den Nürnberger Ice Tigers. Erster gegen Letzter in der Deutschen Eishockey Liga (DEL).

Tabellenführer gegen Schießbude

Nürnberg mit dem Heimvorteil und dem Schwung aus dem Erfolgserlebnis vom vergangenen Donnerstag in Bremerhaven, als sie einen 0:3-Rückstand drehten und die lange Rückreise mit einem Sieg im Penaltyschießen antreten durften. Straubing hat im Oktober den Trainer ersetzt, ist die Schießbude der Liga und liegt abgeschlagen auf Platz 14. Nürnberg hat dazu noch die beste Defensive. Das Spiel versprach, eine einseitige Angelegenheit zu werden. Doch zwischen Theorie und Praxis liegen im Sport Welten.

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Die Straubing Tigers präsentierten sich von Beginn an wie eine Mannschaft, die alles andere ist als Kanonenfutter. Mutig im Spiel nach vorne und hervorragend eingestellt gingen sie in die Zweikämpfe. Nach dem ersten Drittel stand es 0:0. Nach Wiederanpfiff  glückte den Nürnbergern prompt das 1:0, das eher wie ein Zufallsprodukt und weniger nach einem lehrbuchmäßigen Spielzug aussah. Ein eigentlich harmloser Schuss des 2,06 Meter hohen Nürnberger Verteidigers Oliver Mebus fand den vor dem Tor lauernden Philippe Dupuis, der den Puck über die Torlinie drückte.

Die nächsten Minuten gehörten den Nürnberger Angriffsbemühungen. Der Druck des Tabellenführers wurde größer, doch nach einer Auszeit von Straubings Trainer Tom Pockel befreite sich der Außenseiter kontinuierlich aus der Bedrängnis der Hausherren. Nachdem Nürnbergs Torhüter Andreas Jenike eine Konterchance entschärfte, und die Oberbayern zu immer mehr Tormöglichkeiten kamen, fiel der Ausgleich durch Dylan Yeo folgerichtig. Das Tor wurde sicherlich begünstigt von drei Nürnberger Verteidigern, von denen sich niemand zuständig fühlte, Yeo beim Schussversuch zu stören.

Die Straubinger blieben auch im dritten Drittel weiter bei ihrem Matchplan. Ihre Leistung war kämpferisch und läuferisch dem Gegner angemessen. Nürnberg schaffte es nicht mehr den Gegner in deren Hälfte einzuschnüren. Es war ein Spiel auf Augenhöhe. In der 53. Minute schob Straubings Mike Hedden den Puck zwar um Torwart Jenike vorbei, doch der Pfosten stand dem 1:2 im Weg. Die Nürnberger hatten mehr Schüsse aufs Tor, die Hochkaräter waren aber auf Seiten der Tigers.

Starke Torhüter

Es kam zur fünfminütigen Verlängerung, die Nürnberg kontrollierte. John Mitchell und Dupuis scheiterten jeweils aus aussichtsreicher Position. Nach 65 Minuten standen nur zwei Treffer auf der Anzeigetafel. Wenn zwei Eishockeyteams derart geizig mit Toren umgehen, haben die Männer mit den riesigen Knieschonern etwas richtig gemacht. Jenike und Drew Macintyre, der Torhüter von Straubing, hielten dem Ansturm größtenteils stand.

Wie schon gegen die Fischtown Pinguins versuchten die Ice Tigers im Penaltyschießen, aus einem Punkt für das Unentschieden, zwei zu machen. John Mitchell war drei Tage zuvor der Matchwinner für Nürnberg, diesmal war es Patrick Reimer. Kraftvoll und ohne Zögern zielte der DEL-Spieler der Saison 2016/2017 ins rechte obere Eck. Es blieb beim einzigen Treffer im Zitterspiel.

Reimer war danach im Gespräch bei Telekomsport erleichtert, die Partie positiv abgeschlossen zu haben, mahnte aber zur Konzentration. „Wir dürfen nicht mehr so viele hochkarätige Chancen zulassen.“ Am Dienstag spielen die Franken gegen Krefeld, zum Wochenabschluss steht das Top-Duell gegen EHC München auf dem Programm. Die Straubing Tigers haben „nur“ einen Punkt ergattert, mit dieser Leistung dürfte demnächst ein Sieg allerdings nur eine Frage der Zeit sein.

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