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Tour de France: Das neue deutsche Giant-Alpecin-Team betreibt kein Haar-Doping

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Das deutsche Radsportteam Giant-Alpecin will mit John Degenkolb um Etappensiege fahren. Der Verzicht vom formschwachen Marcel Kittel gibt aber Rätsel auf. Und neue Werbung muss sich Alpecin zur Zeit der Tour de France auch ausdenken.

„Rote Karte für die Glatze“ und „Doping für die Haare“. So lauteten Werbeslogans, mit denen der Bielefelder Konzern Alpecin Männer mit Haarausfall zum Kauf ihrer Produkte animieren wollte. Doch vom 4.-26. Juli wird Alpecin sich eine neue Werbestrategie ausdenken müssen.

Die simple Ursache hierfür ist, dass der Giant-Shimano Radrennstall Anfang 2015 eine Kooperation mit Alpecin einging und seitdem Giant-Alpecin heißt. Aufgrund des obengenannten Werbespruchs, in dem Doping auf witzige Art und Weise verharmlost wird, entschloss man sich bei Alpeci, während der Tour de France, auf derartige Werbung zu verzichten.

Besonders in den 1990er- und 2000er-Jahren war der Radsport und Doping miteinander verbunden. Ob es nun Zufall ist, dass Alpecin in den Radsport einsteigt? Kritiker würden sagen, dass die Werbung von Alpecin bekannter sei als ihre Shampoos und Haarpflegeprodukte. Und vielleicht ist das Engagement von Alpecin im Radsport auch nur ein klug ausgetüftelter Marketinggag.

Tour ohne den deutschen Topfahrer

Sportlich hat das Team einige gute Fahrer in seinen Reihen und auch bei ausländischen Teams sind deutsche Topfahrer wie Tony Martin vertreten. Im Zeitfahren gehört dieser wieder zum engeren Favoritenkreis. Schon nach der 1. Etappe, dem 13,8 km langen Zeitfahren in Utrecht, könnte sich der Spezialist sich zum ersten Mal in seinem Leben das gelbe Trikot überstreifen.

John Degenkolb (Giant-Alpecin) machte in diesem Jahr bei den Frühjahrsklassikern auf sich aufmerksam, als er die prestigeträchtigen Eintagesrennen Mailand-San Remo und Paris-Roubaix gewann. Einziger Aufreger bleibt die Nichtnominierung des deutschen Top-Sprinters Marcel Kittel. Grund dafür ist ein Formtief Kittels, das sich mit einer hartnäckigen Virusinfektion erklären ließe. Diese Ausbootung ist dem deutschen Radsportfan allerdings nur schwer zu vermitteln, denn Kittel gewann bei den letzten beiden Auflagen der Frankreich-Rundfahrt acht Etappen.

Den Job des Top-Sprinters Kittel muss nun John Degenkolb übernehmen. Dieser dürfte aber bei flachen Zielankünften das Nachsehen haben. Seine Stärken kommen eher bei Sprintankünften mit leichter Steigung zum Tragen.

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