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Fußball: Der talentierteste Bankdrücker Europas findet neue Herausforderung in Wolfsburg

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Riechedly Bazoer ist eines der größten niederländischen Talente. Bei Ajax Amsterdam kam er zuletzt nicht mehr zum Zug, daher buhlte der VfL Wolfsburg um ihn. Ex-Manager Allofs ist es zu verdanken, dass Bazoer künfig für die Wölfe aufläuft.

Der Tiki-Taka-Stil liegt mir“ sagte Riechedly Bazoer einst, als er mit Medienvertretern über das Interesse des FC Barcelona an ihm sprach. Die Aussagen des 20-jährigen Niederländers zeugen von riesigem Selbstbewusstsein, eine extrem wichtige Eigenschaft im schnelllebigen und harten Profigeschäft. Zuletzt befand er sich aber in einer kritischen Phase, die sein Selbstvertrauen auf die Probe stellte. Unter Ajax Amsterdam-Trainer Peter Bosz kam er in der Hinserie der aktuellen Saison auf nur 552 Pflichtspielminuten.

Manch junger Spieler, dem eine große Karriere prophezeit wurde, brach unter der Erwartung zusammen. Mit zunehmendem Alter wird es für solche Wunderkinder immer schwieriger, das abzurufen, was während der Zeit jugendlicher Unbekümmertheit noch mühelos klappte, als der Druck noch gering war. Das Schicksal, zu früh als nächstes Supertalent gefeiert zu werden, erlebten nicht nur Bojan Krkic, Freddy Adu oder Marko Marin. Die Liste an Spielern mit steilem Aufstieg und tiefem Fall ist lang. Doch von einem gescheiterten Top-Talent zu sprechen, verbietet sich in Bazoers Fall.

Seit dem 1.1.2017 ist Bazoer Spieler des VfL Wolfsburg. Mit Verständnis blickt er in seiner ersten Pressekonferenz auf sein Reservistendasein bei Ajax zurück: „Der Trainer musste Entscheidungen treffen, er hat sich für andere entschieden. Es war besser, eine andere Lösung zu finden.“ Kein böses Wort für seinen ehemaligen Chef kommt dem fünfmaligen Nationalspieler über die Lippen. Berichten zufolge soll sein Verhältnis mit Peter Bosz zerrüttet gewesen sein. Gleichzeitig schaut er nach vorne, will das Vergangene abhaken.

Ehemaliger Manager Allofs hat Bazoer verpflichtet

12 Millionen Euro überwiesen die Wölfe für ihren Neuzugang an die Amstel. Zu verdanken haben die Fans den Transfer Klaus Allofs. Bazoer in die VW-Stadt zu locken, war eine der letzten Amtshandlungen des Ex-Managers. Der zentrale Mittelfeldspieler unterschrieb einen Vertrag bis 2021. Sein Traumziel Barcelona wird er dabei wohl immer im Hinterkopf behalten. Doch jetzt liegt es in seinen Füßen, mit Leistung zu überzeugen und aus dem Flirt mit den Katalanen mehr zu machen.

Zu seinen Stärken gehört neben der guten Technik und Ballkontrolle auch ein präzises Passspiel. Außerdem weiß er sich mit seinen 1,84 m und 81 kg physisch durchzusetzen. Bazoer zeigt sich neben seinen spielerischen Qualitäten auch sehr laufstark. Deshalb beschreibt er sich selbst als Box-to-Box-Spieler – ein Akteur, der den gesamten Bereich zwischen beiden Strafräumen beackert. An seinem Abschluss muss Bazoer hingegen noch feilen, in 39 Pflichtspielen gelangen ihm in der letzten Saison 5 Tore. Im Jahr davor traf er in 17 Eredevise-Einsätzen ein einziges Mal ins Tor. In der gleichen Saison 2014/15 schaffte er als 18-jähriger den Durchbruch unter Trainer Frank de Boer, dessen Amtszeit in Amsterdam im Sommer nach 6 Jahren zu Ende ging.

Ausgebildet wurde Bazoer beim PSV Eindhoven. 2012 floh er nach Amsterdam, zum Rivalen, da er sich auf der falschen Position eingesetzt sah. Sein damaliger Coach stellte ihn als Innenverteidiger auf, was ganz und gar nicht nach dem Geschmack des Teenagers war. Ein gewisses Konfliktpotential besteht also beim jungen Niederländer, das im Umgang mit seinen früheren Trainern sichtbar wurde. Sein neuer Cheftrainer spricht allerdings nur positiv von seinem Schützling: „Ich kenne Riechedly Bazoer gut und bin von seinen Qualitäten absolut überzeugt. Er passt hervorragend in die Mannschaft und kann mithelfen, den VfL wieder in die Erfolgsspur zu bringen.“

In dieser Saison wird Wolfsburg im Kampf um die internationalen Plätze nicht mehr eingreifen können. Momentan liegen sie auf Rang 13 mit 3 Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz. Langfristig muss das Ziel des VfL Wolfsburg die Königsklasse und Europa League heißen. Ansonsten kann es passieren, dass Bazoer schon bald wieder mit einem Vereinswechsel liebäugelt. Ein Verein steht bei ihm nach wie vor an erster Stelle.

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