Fußball

Fußball: Tops und Flops der 1. und 2. Bundesliga 2014/15

Die Bundesligaspielzeit 2014/15 ist zu Ende. Zeit für ein erstes Resümee. Wer hat überrascht? Wer hat enttäuscht? Was bleibt von dieser Saison?

1.Bundesliga

Der Meister kommt wieder aus München und zeigte in der Liga über weite Strecken der Saison eine dominante Vorstellung. Interessant wird es, wenn man sich eine gedachte Tabelle der vier Topteams (FC Bayern, VfL Wolfsburg, Borussia Mönchengladbach, Bayer Leverkusen) ansieht. Hier rangiert der FCB nur auf Rang drei. Gegen Wolfsburg gab es zum Rückrundenstart eine bittere 1:4 Klatsche und gegen Gladbach konnte der FCB nur einen von möglichen sechs Punkten holen.

Auf Grundlage dieser Statistik wird klar, dass die Münchner die Liga gegen Teams aus den unteren Tabellenbereichen gewonnen haben, nicht aber in den direkten Duellen gegen die Topmannschaften. Dieser Makel sollte die Leistung des FC Bayern aber nicht schmälern. In der Saison nach der WM zeigten die Bayern ihren besten Fußball in der Hinrunde, was beim Blick auf vorhergehende „Nach WM-Saisons“ nicht immer der Fall war.

Wolfsburg und Gladbach sicherten sich die Plätze zwei und drei, die zur direkten Teilnahme an der Championsleague berechtigen. Bayer Leverkusen verzückte in der Hinrunde mit einem wilden „Hurrafußball“, der auf einem immensen Aufwand im Gegenpressing beruht. In der Rückrunde zeigte Bayers Trainer Roger Schmidt, dass seine Mannschaft auch über eine sehr gute Abwehr verfügt, als Torhüter Bernd Leno fast 600 Minuten ohne Gegentor blieb.

Das eigentliche Märchen schrieb jedoch der FC Augsburg. Mit einem der kleinsten Etats der Liga schaffte der FCA die direkte Europa-League-Qualifikation. Dieses Wunder ist vor allem Trainer Markus Weinzierl zu verdanken. Der seit 3 Jahren als Coach der Schwaben fungierende Weinzierl ist ein Musterbeispiel dafür, dass Kontinuität auf dem Trainerstuhl mitunter doch wirtschaftliche Standortvorteile (wie beim HSV oder bei Schalke) übertrumpft.

Die Saison für die beiden Ruhrpott-Klubs verlief nicht optimal. Doch während sich Schalke fast selbst zerfleischt und eine ungewisse Zukunft vor sich hat, besteht für Borussia Dortmund weiterhin die Chance nach einer Horror-Hinrunde, die Ära Klopp mit einem Pokaltriumph abzuschließen.

Die TSG Hoffenheim stagniert auch unter Markus Gisdol und wartet immer noch auf den ersten Einzug in die Europa League in ihrer Vereinsgeschichte.

Der SV Werder Bremen konnte sich derweil unter Coach Viktor Skripnik stabilisieren und ist nach Jahren des Abstiegskampfs im Tabellenmittelfeld zu finden.

Hannover, Hertha und Stuttgart können durchatmen. Ob nun die vollzogenen Trainerwechsel dieses Trios in der laufenden Saison oder deren vermeintlich höhere Qualität im Gegensatz zu der Freiburgs und Paderborns entscheidend für den Klassenerhalt waren, lässt sich nur schwer beurteilen.

Mit dem SC Freiburg verliert die Bundesliga einen ungemein sympathischen Klub, besonders ihren positiv-verrückten Trainer Christian Streich werden viele deutsche Fußballfans schmerzlich vermissen.

2.Bundesliga

Wer vor der Saison auf die Aufsteiger Ingolstadt und Darmstadt getippt hätte, könnte nun ein reicher Mann sein. Besonders der SV Darmstadt 98 erreichte Historisches. 2013 stand Darmstadt schon kurz vor dem Verschwinden in die sportliche Bedeutungslosigkeit. Nur ein Lizenzierungsverstoß der Kickers Offenbach verhinderte den Fall in die Regionalliga.

In der Saison 2013/14 wurden „die Lilien“ demzufolge als Abstiegskandidat Nummer 1 der 3. Liga gehandelt. Sie überraschten nicht nur ihre Fans, als nach einer famosen Saison der 3. Platz feststand. Alle Zweifler, die Darmstadt als nicht zweitligareif einstuften, wurden in dieser Saison eines Besseren belehrt. Dem historischen Coup aus der Vorsaison mit dem Austieg über die Relegation gegen Arminia Bielefeldt folgte ein noch Größerer. Auch wenn Stürmer Dominik Stroh-Engel in der Rückrunde seine Torjägerqualitäten nur selten aufblitzen ließ, sicherte sich Darmstadt den direkten Aufstiegsplatz und wurde „Rückrundenmeister“.

Auch der Einzug des Karlsruher SC in die Relegation kam ein wenig unerwartet. Vor der Saison favorisierte Teams wie Kaiserslautern, Braunschweig, Düsseldorf, Leipzig und Nürnberg mussten sich mit den Verfolgerplätzen zufrieden geben.

Der 1.FC Nürnberg machte von allen Aufstiegsaspiranten die schlechteste Figur. Schon im Winter war klar, dass die Qualität des Kaders im Ungleichgewicht zu den hohen sportlichen Zielen stand.

Auch beim fränkischen Nachbarn, der Spvgg Greuther Fürth, konnte der gute Verlauf der vorherigen Saison nicht bestätigt werden. Statt nach oben musste sich der Klub nach unten orientieren. Die Ursache für die misslungene Saison liegt wohl in den Abgängen zahlreicher Schlüsselspieler. Baba, Brosinski, Djurdjic, Stieber und Mavraj verabschiedeten sich im Sommer 2014 Richtung Liga 1 und der fast alljährliche Umbruch des „Kleblatts“ konnte diesmal nicht zum Positiven gestaltet werden.

Mit dem TSV 1860 München erwischt es einen namhaften Klub, der nun in der Relegation um den Verbleib in der 2.Liga bangen muss. Interne Streitigkeiten in der Führungsebene des Klubs belasten zudem das Klima vor den eminent wichtigen Spielen gegen Holstein Kiel. Fraglich ist, ob bei einem Sturz in die Drittklassigkeit Investor Hassan Ismaik den Geldhahn zudreht. Nur eines ist sicher: In den letzten 180 Minuten der Saison hat Kiel weniger zu verlieren als die „Löwen“.

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