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Fußball: Der HSV und seine chronischen Abstiegssorgen

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Die Bundesligauhr des HSV tickt noch. Doch die Chancen, dass sie in der 53. Bundesligaspielzeit weiter tickt, stehen denkbar schlecht. Der FC Schalke 04 könnte am Samstag dafür sorgen, dass die Hamburger ihren Status als „Bundesligadino“ verlieren. Die Saison 2013/14 hat das Schicksal, das es offenbar gut mit dem HSV meint, auf die Spitze getrieben.

Die Rothosen profitierten lediglich vom Unvermögen ihrer beiden Konkurrenten, dem 1.FC Nürnberg und Eintracht Braunschweig. So wurde der Abstiegskampf zum Schneckenrennen. 27 Punkte reichten dem HSV, um über die Relegation die Klasse zu halten. Die beiden Duelle gegen Fürth verkamen zur Tragikkomödie, bei der die Auswärtstorregel den Ausschlag für den Klassenerhalt des existenzbedrohten Klubs gab.

In dieser Saison haben die Nordlichter bis zum 33. Spieltag immerhin 5 Punkte mehr als im Jahr zuvor gesammelt. Doch die Verfolger sind stärker geworden. Der VfB Stuttgart war seit Wochen im Aufwind, obwohl er fast schon als sicherer Absteiger galt. Hannover 96 konnte auch wieder gewinnen und der SC Freiburg verblüffte am letzten Wochenende mit einem 2:1 beim Branchenprimus FC Bayern.

Um einem erneuten Abstiegskampf zu entgehen, hat der HSV im Sommer viel Geld in die Hand genommen. Der Schweizer Nationalspieler Valon Behrami wurde vom SSC Neapel losgeeist, Flügelflitzer Nicolai Müller kam aus Mainz und der Premierleague-erfahrene Lewis Holtby wurde ausgeliehen. Im Winter wurde der Kader mit dem chilenischen WM-Teilnehmer Marcelo Diaz und dem alten Bekannten Ivica Olic aufgewertet.

Doch Diaz und der Kroate waren nicht die erhofften Verstärkungen an der Elbe. Auch Müller und Holtby blieben hinter den Erwartungen zurück, Behrami konnte allenfalls anfangs überzeugen und fiel später durch die Kabinenschlägerei mit Johan Djourou auf. Die unzähligen Trainerwechsel haben der Mannschaft und dem Verein eher geschadet als geholfen. Eine Mannschaft mit einem relativ starken Kader sollte auf dem Papier nicht dauerhaft am Ende der Tabelle zu finden sein.

Nach der Rückkehr von Dietmar Beiersdorfer und der Ausgliederung der Profiabteilung träumten viele Fans wieder von Europa. Doch diese Maßnahmen brachten noch nicht den erhofften Effekt. Und egal, ob der HSV in den nächsten Saisons erst- oder zweitklassig spielt, muss der Verein einen Radikalumbruch vornehmen, der nicht vor prominenten Personalien Halt machen darf. Ansonsten sieht die Zukunft im Norden düster aus.

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