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Fußball: Wird Schalke unter Weinzierl vielleicht doch noch ein Team?

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Aufstellungen Schalke 04-FK Krasnodar
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Der FC Schalke 04 steht nach dem 2:0 Erfolg gegen den FK Krasnodar im Sechzehntelfinale der Europa League. Im vierten Gruppenspiel vor etwa 45.000 Zuschauern in der heimischen Veltins Arena reicht den Königsblauen ein mittelmäßiger Auftritt, der ihnen das achte Spiel in Folge ohne Niederlage beschert.

Die Führungsebene des FC Schalke 04 wird froh sein, Markus Weinzierl am Montag den 26. September 2016 nicht entlassen zu haben. Nach dem 1:2 am Vortag gegen die TSG Hoffenheim stand der 41-jährige unter erheblichem Druck. Nach 5 Niederlagen war S04 auf dem letzten Tabellenrang notiert. Eine ungewöhnliche Situation für den Trainer, der in seiner Zeit beim FC Augsburg zum Vorbild wurde für die neue Generation der jungen, leidenschaftlichen und rhetorisch versierten Übungsleiter.

Ohnehin ging es für Weinzierl fast immer nur nach oben. Er machte aus dem Abstiegskandidaten einen stabilen Bundesligaklub. 2015 führte er die Schwaben sogar in die Europa League. Nun zahlt Weinzierl das Vertrauen des Schalker Präsidiums mit Verspätung zurück. Mit dem 2:0 gegen Krasnodar ist Schalke in der Europa League noch immer ohne Punktverlust.

Dabei fing das Match am gestrigen Abend schleppend und zäh an. Anfangs wirkten die Hausherren nervös, viele ungenaue Zuspiele, eigentlich untypisch für Schalke in den letzten Wochen. Krasnodar sicherte sich fast jeden zweiten Ball und lief die Schalker konsequent in ihrer Hälfte an. In der 23. Minute tauchte Laborde nach einer Flanke von Joaozinho frei vor Fährmann auf, der Stürmer mit den blondierten Haaren schoß Fährmann aus einem Meter nur an, sein Nachschuss ging übers Tor. Eine Führung für FKK wäre zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient gewesen.

Eiskalte Schalker

Fast im Gegenzug fiel das 1:0 und zwar für die „Knappen“. Abdul Rahman Baba flankte von links, Chupo-Moting verlängerte den Ball mit dem Kopf auf den zweiten Pfosten, wo der vorgerückte Junior Caicara den Ball in die lange Ecke schoß. Mit dem Führungstreffer kam das Selbstvertrauen zurück, vier Minuten nach dem ersten Tor konterte Schalke im eigenen Stadion, Aktivposten Caicara spielte den Ball zu Konoplyanka, der Ukrainer scheiterte am Torhüter Kritsyuk, doch der abgewehrte Ball sprang Nabil Bentaleb vor die Füße und der algerische Neuzugang musste nur noch einschieben, 2:0.

Schalke beschränkte sich aufs Konterspiel, meistens vereitelte Krasnodar die Angriffe der Königsblauen früh, doch wenn Schalke ins letzte Felddrittel vordringen konnte, wurde es gefährlich. So wie in der 37. Minute, als Baba nach einem Doppelpass mit Konoplyanka im Strafraum auftauchte, sein Schuss aber rechts unten am Tor vorbeiging. Krasnodar wusste sich aber weiter festzusetzen in gegnerischer Hälfte und spielte sich weitere Tormöglichkeiten heraus. Der völlig freie Laborde verfehlte per Kopf allerdings sein Ziel (41. Minute).

Mit zunehmender Spieldauer schwanden bei Krasnodar jedoch die Kräfte, sodass Schalke die Führung souverän verwaltete, sich aber nicht groß bemühte ein offensives Spektakel hinzulegen. Ohne die verletzten Huntelaar, Embolo, di Santo und Meyer fehlte wahrscheinlich auch die Qualität gegen über weite Strecken tapfer verteidigende Gäste. In puncto Effektivität und Cleverness setzte sich Schalke gegenüber dem Gegner durch. Der Einzug in die k.O.-Runde ist daher geschafft.

Vor allem Junior Caicara spielte sich in den Vordergrund. Sehr offensiv interpretierte er seine Rolle, immer wieder gab er wichtige Impulse für die Schalker Angriffe. Das 1:0 erzielte er selbst, das zweite Tor leitete der Brasilianer ein.

Das 3-5-2 System setzt sich auf Schalke langsam durch, es könnte den Bundesligazwölften noch eine Weile durch die Saison begleiten, bislang sind sie seit der Systemumstellung überaus erfolgreich. Die Außen Baba und Caicara zogen sehr häufig nach vorne, in der Rückwärtsbewegung wurde aus Schalkes Dreierkette eine Fünferkette. In der 2. Halbzeit gab es durch diese kein Durchkommen mehr, in Hälfte eins offenbarte Schalke allerdings den ein oder anderen defensiven Aussetzer. Doch unterm Strich kann man darauf aufbauen, in den letzten 5 Pflichtspielen nur zwei Gegentore bekommen zu haben.

Außerdem kann Schalke 04 stolz darauf sein, diesmal nicht den Mechanismen des Marktes nachgegeben zu haben. Sie haben einem Trainer, der immerhin vor der Saison als Hoffnungsträger gehandelt wurde, Zeit gegeben, auch wenn es von Beginn an nicht lief. Andere Profiklubs sollten sich davon etwas abschauen. Der Lohn: Momentan reiten die Schalker auf der Erfolgswelle.

 

 

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