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BBL: Das Phänomen Andrea Trinchieri muss wieder eine neue Einheit formen

Brose Bamberg, deutscher Basketballmeister 2017, muss mit einen enormen Umbruch zurechtkommen. Viele Leistungsträger der Vorsaison haben sich Top-Mannschaften aus Europa oder der NBA angeschlossen. Der erfolgreiche Mann, der den Umbruch moderieren muss, hat seinen Vertrag zur Freude aller aber verlängert. 

Seit dem Sonntagnachmittag im Juni, als die Bamberger Arena wie so oft in jüngerer Vergangenheit mit Bier und Champagner getränkt war, ist viel passiert. Nach wenigen Tagen der Ausgelassenheit und Freude über den neunten Meistertitel der Vereinsgeschichte, werkelten die Personen im Hintergrund schon wieder am neuen Kader. Anfangs ging man im Frankenland zwar von Abgängen aus. Dass gleich fünf elementare Stützen aus den letzten Jahren Bamberg den Rücken kehrten, davon war nicht auszugehen. Die Leistungen der Bamberger hatten Aufsehen erregt – nicht nur national.

Die guten, oft glücklosen Auftritte in der Euroleague hatten auch im Ausland Eindruck hinterlassen. Nach 30 Euroleague-Spieltagen rangierte Bamberg „nur“ auf dem 13. Platz von insgesamt 16 Teilnehmern. Das Endergebnis lässt eher nicht auf einen Aufschwung, sondern auf Stagnation im hochklassigsten Vereinswettbewerb Europas schließen. Doch die Bamberger Mannschaft wird im Ausland für ihren teamorientierten Basketball gelobt. Quasi die Light-Version des kleinen, gallischen Dorfes, das sich gegen Metropolen wie Moskau, Istanbul oder Barcelona stemmt. Nur die Ergebnisse blieben in der Regel aus. Oft waren die Spiele eng, meist entschieden nur ein oder zwei Ballbesitze die Begegnungen. Das bessere Ende hatte meist der Kontrahent.

Trotzdem haben die Leistungen vieler Bamberger Begehrlichkeiten geweckt. Nicolo Melli ging erwartungsgemäß zu einem europäischen Topklub, er wechselte zum Euroleague-Sieger Fenerbahce Istanbul. Daniel Theis nahm das Angebot der Boston Celtics aus der NBA an. Darius Miller wanderte ebenfalls in die USA ab. Der 26-jährige schloß sich den New Orleans Pelicans an. Dem Verein, von dem Miller 2015 nach Bamberg gekommen war. Bei Janis Strelnieks und Fabien Causeur waren die Abgänge aber nicht wirklich vorherzusehen. Strelnieks verdient nun um ein Vielfaches mehr bei Olympiakos Piräus. Causeur, wertvollster Spieler in der Finalserie gegen Oldenburg, konnte dem Lockruf von Real Madrid nicht widerstehen.

Trinchieri bleibt

Nicht nur seine Spieler haben das Interesse hochkarätiger Vereine auf sich gezogen, auch Trainer Andrea Trinchieri hat seine persönliche Aktie auf dem internationalen Übungsleitermarkt weiter gesteigert. Zur großen Euphorie der Anhänger entschied sich der Italiener aber für eine Vertragsverlängerung bis 2019. Zu den ehemaligen Schützlingen sagte der 49-jährige: „Ich bin glücklich für meine Spieler, dass sie tolle Klubs gefunden haben. Aber dieser Verein ist immer noch da, die Trainingshalle auch, also fangen wir neu an.“

Trinchieris Bilanz in der Domstadt ist seit seinem Amtsantritt im Sommer 2014 bemerkenswert. Er gewann dreimal die deutsche Meisterschaft, einmal den Pokal. Darüber hinaus gelang ihm der Einzug in die Euroleague-Zwischenrunde 2016. Er verwandelte Brad Wanamaker, einen früher belächelten Zweitligaprofi in Italien, in einen europäischen Top-Spieler. Der Nachfolger Wanamakers, Fabien Causeur, ließ seinen Vorgänger rasch vergessen machen. Auch ein Verdienst von Trinchieri.

Die Flut an Abgängen binnen weniger Wochen hinterließ ein Vakuum, eine Lücke, die es entsprechend zu füllen galt. Routinier Nikos Zisis blickt trotzdem optimistisch in die Zukunft: „Wir hatten eine tolle Zeit, aber wir dürfen nicht den Fehler machen und zu viel über die Vergangenheit reden. Auch in der neuen Mannschaft steckt viel Talent und Qualität.“ Wie viel Qualität steckt wirklich in der neuen Truppe? Vom FC Bayern Basketball kam Bryce Taylor. Vom Rivalen der Bamberger. Der 30-jährige kennt die Bundesliga schon länger und ist nach wie vor einer der besten Dreierschützen der Liga. Sein Verlust schmerzt München und freut Bamberg.

Ricky Hickman und Daniel Hackett sollen die Abgänge von Causeur und Strelnieks auffangen. Beide sind erfahren und erprobt in der Euroleague. Hickman gewann den höchsten europäischen Wettbewerb sogar 2014 mit Maccabi Tel Aviv. Zielstrebig will der US-Amerikaner vorangehen. „Ich werde alles dafür tun, der Mannschaft zu helfen, und will auf und neben dem Platz meine Führungsqualitäten zeigen. Natürlich ist es unser Ziel, möglichst alle Titel, die möglich sind, zu holen“, sagt Hickman. In der vergangenen Euroleague-Saison kam er bei Emporio Armani Mailand auf 10,1 Punkte und 2,8 Vorlagen pro Partie. Der 31-jährige kann sich den eigenen Wurf kreieren, bisweilen fehlt ihm aber Übersicht und Wille, seine Mitspieler ins Offensivspiel einzubeziehen.

Hackett, an dem auch der FC Bayern Interesse zeigte, ist ein Profi, wie ihn Trainer lieben: Ein energischer Verteidiger. Sein optisches Erscheinungsbild – Rasta-Frisur und unzählige Tatoos – spiegelt sich auch auf dem Feld wieder: Das bedeutet gesunde Aggressivität. Der 29-jährige spielt mit viel Einsatz und bringt Gegenspieler damit reihenweise zur Verzweiflung. Ein kleines Fragezeichen stellte in der Vorsaison sein Dreipunktewurf dar, der schlechter als gewohnt fiel. Bei der Basketball-Europameisterschaft trifft er mit Italien auch auf Deutschland um die Bamberg-Fraktion Maodo Lo, Patrick Heckmann und Lucca Staiger.

Aus Ulm verpflichteten die Bamberger Augustine Rubit. Trotz seiner für Power Forwards geringen Größe von 2,01 Meter, liebt er Auseinandersetzungen unterm Korb. Dort ist er besonders effektiv als Rebounder und athletischer Korbjäger. Vor allem aus dem Pick and Roll darf sich der Bamberger Fan auf zahlreiche Highlight-Dunkings des 28-jährigen einstellen. Vielleicht nicht auf die kompromisslose Art eines Daniel Theis, aber sicher nicht minder spektakulär.

Luka Mitrovic ist der große Unbekannte unter allen Transfers. Der 24-jährige kommt von Roter Stern Belgrad. Beim serbischen Meister war er nur Rotationsspieler und offenbarte große Probleme beim Distanzwurf. Trotzdem: Der Serbe ist ein formbares Talent. Seine cleveren Entscheidungen als Passgeber und Fähigkeiten im Low Post machen Lust auf mehr.

Die Entwicklung von Nicolo Melli, hatten bei dessen Ankunft vor zwei Jahren auch nur wenige für möglich gehalten. Heute zählt der in Mailand Unterschätzte zu Europas besten Spielern auf seiner Position. Dieses Beispiel macht Mut. Trinchieri und sein Trainerstab haben es bewiesen. Sie können Talente, deren Entwicklungen stocken, zu Stars aufbauen. Besonders Wurfdoktor Stefan Weissenböck dürfte in Mitrovics Fall gefragt sein, um die Wurfschwäche zumindest einzuschränken.

Miller bleibt in Bamberg

Jemand, der neben den Trainern den 2,05 Meter Mann anleiten könnte, hört auf den Namen Miller. Quincy Miller. Der Name hat Programm in Bamberg. In der Saison 2015/2016 liefen Quincy Miller und Mitrovic zudem gemeinsam für Roter Stern auf. Der diesjährige Königstransfer hat große Fußstapfen auszufüllen – und zwar die von Namensvetter Darius Miller, der das Angebot aus der NBA annahm. Darius war eine seltene Spezies im Profibasketball. Seine Spielweise schien immer mit einer gewissen Magie verbunden zu sein. Er war unberechenbar, leichtfüßig, nicht der schnellste, aber seinen Gegnern gedanklich oft einen Schritt voraus.

Beide Millers kennen sich, haben früher zusammen gespielt. „Er hat mir geraten: Komm hierher, da kannst du dich nur verbessern“, erzählt der Neuankömmling. Mit dem 24-jährigen Quincy bekommt Andrea Trinchieri einen anderen Spielertyp. Er ist mit 2,06 Meter noch ein bisschen größer als Darius. Was zeichnet ihn aus? Lange Arme, Athletik, ein guter Wurf aus dem Dribbling oder nach dem Pass des Mitspielers. Sein Werkzeugkasten an Fähigkeiten ist prall gefüllt. Ein Fragezeichen gibt es jedoch – seine Gesundheit. In der letzten Spielzeit bei Tel Aviv verpasste er aufgrund eines Kreuzbandrisses unzählige Spiele. Wenn fit, lieferte er allerdings. Dann gehört er zu den spektakulärsten USA-Exporten in Europa. Auch zu einem der besten, 2016 wurde er ins Euroleague-Allstar-B-Team gewählt.

Der Kader hat sich nicht nur massiv verändert, auch viele Rollen darin. Der 34-jährige Nikos Zisis muss dem Alter langsam Tribut zollen und wird in der Bundesliga ein paar Spiele komplett aussetzen. So soll der Grieche, der im Jahr 2001 schon in der Euroleague auflief, frisch in wichtige internationale Vergleiche unter der Woche gehen. Das straffe Programm in Liga und Euroleague ist hart. Davon können die Bamberger schon seit dem letzten Jahr ein Lied singen. Es gilt die Kräfte zu schonen.

Maodo Lo wird nach seiner gelungenen Debütsaison in Deutschland eine noch größere Rolle übernehmen. Das erhoffen sich auch die Jungprofis Aleksej Nikolic und Luis Olinde, die besonders national Spielzeit erwarten dürften. Leon Kratzer wird deren Bemühungen aus der Ferne aus beobachten, wobei Ferne etwas übertrieben ist. Bamberg hat den 20-jährigen für ein Jahr nach Würzburg ausgeliehen. In Unterfranken soll er auf mehr Spielminuten stoßen als in Oberfranken, so der Wunsch.

Das Centerproblem bleibt

Eine potenzielle Schwachstelle ist nach wie vor die Centerposition. Auch wenn Trinchieri Aufstellungen mit kleineren Akteuren liebt und häufig mit drei Guards spielen lässt. Eine mobile Schrankwand, dem die Mannschaft problemlos den Ball zuspielen kann, wenn die Offensive zum Erliegen kommt, wäre sinvoll. Im Optimalfall ein Hüne, der das Reboundproblem behebt. In der vergangenen Saison verhinderte gerade der mäßige Bamberger Erfolg bei abprallenden Bällen, eine bessere Tabellenposition in der Euroleague.

Der größte Spieler in den Reihen ist Leon Radosevic mit 2,08 Meter. Betrachtet man die acht erfolgreichsten Teams in der letzten Euroleague-Saison, fällt einem auf, dass diese Mannschaften mindestens einen Spieler haben, der 2,10 Meter oder größer ist. Champion Fenerbahce Istanbul hat stolze drei davon, der Zweitplatzierte Olympiakos Piräus und Saski Baskonia haben auch drei Riesen.

In der Bundesliga wird aus dem Problem nur selten eines. Außerdem gibt es dort eine Quote anders als in der Euroleague, die den Vereinen sechs deutsche Spieler im Kader vorschreibt. Die Hälfte von insgesamt 12 Plätzen. Keiner, der sechs muss zum Einsatz kommen, aber sie müssen zumindest auf der Bank sitzen. Bei den internationalen Ambitionen von Bamberg, ist es schwierig diese Regelung einzuhalten. Die Anzahl guter deutscher Spieler ist begrenzt, die gesamte Liga balgt sich um sie.

Die oberste Priorität eines Spitzenteams wie Bamberg ist es, konkurrenzfähig zu sein. Danach kümmert man sich, vereinfacht gesagt, um die Entwicklung deutscher Spieler. Perfekt, wenn ein Spieler Qualität und Nationalität miteinander vereint. Zum Beispiel ein Maodo Lo oder ein gesunder Elias Harris. Als Leon Radosevic vor wenigen Wochen die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt, hat das die Kadersituation entlastet. Immerhin ließen sich die Eltern in Heidenheim nieder, als Radosevic sechs Monate alt war. Man kann demnach nicht behaupten, er hätte rein gar nichts mit Deutschland am Hut. Und auch er musste wie jeder andere eine Prüfung ablegen. Ein weiterer, qualitativ hochwertiger Ausländer ist jetzt im nationalen Spielbetrieb möglich.

Klar ist auch, dass die Einbürgerung zulasten deutscher Talente geht, die weniger Spielzeit kriegen. Zudem wollen sich Fans und Zuschauer schließlich mit den Spielern identifizieren. Das fällt leichter bei deutschen Langzeitprojekten als bei amerikanischen Söldnern mit kurzer Verweildauer. Die deutsche Nationalmannschaft wünscht sich ebenfalls eine möglichst große Rolle deutscher Spieler in ihren Teams. Besonders bei Topklubs ist Spielzeit rar, das wissen auch die Herren vom deutschen Basketballbund, doch jede Spielminute neben Zisis oder Hackett ist noch einmal mehr wert. Doch um in Europas Beletage Schritt zu halten, sind diese umstrittenen Einbürgerungen nachvollziehbar.

Nicht nur Spieler haben Bamberg den Rücken gekehrt, auch der Sportdirektor. Daniele Baiesi, seit Dezember 2014 ein maßgeblicher Architekt am Bamberger Höhenflug, sorgte mit seinem Abgang nach München für offene Münder in der Domstadt. Und nicht nur für Fans, auch für Geschäftsführer Rolf Beyer kam der Wechsel überraschend. „Dass er zu einem direkten Konkurrenten geht, ist eine besondere Situation. Bei der Rivalität, die wir untereinander haben, war diese Option auf den ersten Blick schon etwas irritierend. Aber damit können wir umgehen.“

Aus Beyers Worten kann man Unmut vernehmen. Dass er sein Wissen ausgerechnet mit dem Rivalen teilt, wird Bamberg nicht schmecken. Immerhin war er hauptverantwortlich für die Spielerakquise. In seine Amtszeit fallen Verpflichtungen wie von Melli, Zisis, Radosevic oder Causeur. Mit seinem italienischen Landsmann Trinchieri sei Baiesi in jüngster Vergangenheit aneinander geraten. Die Differenzen waren offenbar so groß, dass er den ungewöhnlichen Schritt an die Isar wagte. Mit Ginas Rutkauskas steht der Nachfolger schon bereit. Er kommt mit großer Erfahrung von Zalgiris Kaunas.

Bei Baiesis neuem Arbeitgeber hat sich in Hinblick auf die Spieler nicht ganz so viel getan wie in Bamberg. Die FC Bayern Basketballer haben wichtige Spieler wie Reggie Redding, Vladimir Lucic und Maik Zirbes gehalten, aber auch Maximilian Kleber nach Dallas und Bryce Taylor ziehen lassen müssen. Nachdem Bayern in der Vorsaison auf der Spielmacherposition Qualität und Kontinuität vermisste, lag in der Neubesetzung dieser Planstelle das Hauptaugenmerk. Der spät in der Saison verpflichtete Spielmacher Nick Johnson war ein Missverständnis. Deswegen heißt die Marschroute in München nun: Qualität statt Quantität.

Auf den neuen Point Guard trifft das zweifellos zu. Stefan Jovic soll den Spielmacher geben. Seinen Chefcoach Sasa Djordjevic kennt er schon aus der Nationalmannschaft von Serbien. Jovic wird der Spielgestaltung der Bayern gut tun. Mit Braydon Hobbs aus Ulm und Jared Cunningham, einem früheren NBA-Spieler, bekommen die Bayern prompt viel versprechende Alternativen auf der Point-Guard-Position. Neuzugang Milan Macvan ist für den Trainer ebenfalls kein neues Gesicht aus der serbischen Auswahl.

ratiopharm Ulm, die in der ausgelaufenen Spielzeit eine Rekordserie von 27 ungeschlagenen Spielen aufstellten, hat Raymar Morgan abgeben müssen. Der wertvollste Spieler der Liga 2016/2017 war im Ulmer Gehaltsgefüge zu teuer geworden. Die Schlange an Interessen am 28-jährigen war lang, umso erstaunlicher kam dann sein Wechsel zum eher unbekannten Klub Tofas Bursa. Neben Morgan gingen die schon angesprochenen Hobbs und Rubit, aber auch Chris Babb.

Doch die Stadt in Baden-Württemberg, die der bayrischen Konkurrenz schon länger ordentlich Paroli bietet, ist auf dem Weg das wieder zu tun. Sie haben den ehemaligen Bamberger Ryan Thompson unter Vertrag genommen, der in Bonn seine Karriere wieder in Schwung brachte. Dazu Trey Lewis, letztes Jahr Shooting-Star in Bayreuth. Aus Berlin kommt der 22-jährige Nationalspieler Ismet Akpinar. Mit Luke Harangody und Toure Murry, die in der NBA schnuppern durften, ist die Mannschaft wieder schlagkräftig. Tim Ohlbrecht und Per Günther, die beide im Frühjahr lange Zeit außer Gefecht gesetzt waren, gehen gesund in die Saison. Ulm scheint in diesem Jahr zwar kein Meisterschaftsfavorit, aber ein ernst zunehmender Verfolger zu sein.

Die Sorgen bleiben trotz des Erfolgs

Die ärgsten Gegner sind gut aufgestellt. Wenn man Michael Stoschek, Bambergs Aufsichtsratvorsitzenden, wenige Tage nach der siebten Meisterschaft seit 2010 so hörte, könnte man meinen, dass besonders Bayern München meilenweit enteilt sei. „Wir müssen uns die Frage stellen, ob wir künftig nur noch um den zweiten Platz spielen wollen“, ließ er verlauten. Stoschek vermutet, dass der FC Bayern ein Tempo vorlegen werde, das Maßstab für alle anderen sei. Solch Schwarzmalerei hat es nach einer Meisterschaft selten gegeben. Immerhin hat Brose Bamberg den FC Bayern sowohl 2016 als auch 2017 mit jeweils 3:0 im Halbfinale der best-of-five-Serie dominiert.

Angesichts der Angst des Bamberg-Sprachrohrs vor künftig weniger Champagner verklebtem Parkett im Frühsommer, möchte der Brose-Chef die Metropolregion Nürnberg zu einem weiteren Basketball-Standort in der Region machen. Euroleague-Spiele in Nürnberg wird es weiterhin geben. Als dann Gerüchte von einer Namensänderung von Brose Bamberg in brose Metros die Runde machten, unterstellte mancher Fan Stoschek nicht nur unbegründete Panikmache, sondern auch jegliches Feingefühl. Ein Vereinsname ohne „Bamberg“ darin, unvorstellbar.

Sofort teilte der Verein mit, es habe nie Pläne für eine Namensänderung gegeben. Alles bleibe beim Alten. Anderweitige Pläne gibt es jedoch bereits – die zu einer neuen Halle. Die Suche nach einem Areal gestaltet sich aber schwierig. Auch mit der Stadt Bamberg müssen wichtige Voraussetzungen geklärt werden. Die Arena soll etwa 10.000 Zuschauern Platz bieten, knapp über 3000 Leuten mehr als momentan in der brose Arena. Wann oder ob überhaupt mit dem Bau begonnen wird, ist unklar.

Abgesehen von allen Nebenkriegsschauplätzen, die das Ziel haben die Marke Bamberg als Basketballhochburg in Franken stärker in den Fokus zu rücken, eröffnet die neue Kadersituation auch Chancen: Trinchieri kann zum wiederholten Mal beweisen, dass er eine Horde Spieler aus zig Nationen zu einer Einheit schweißen kann. Der Italiener und sein Stab können zeigen, dass sie Talente wie den etwas älteren Mitrovic oder den jüngeren Olinde auf ein neues Niveau heben können.

Wenn das alles gelingt, werden die Fans am Denkmal Andrea Trinchieris, das jetzt schon über die Figur verfügt, auch noch den Sockel darunter setzen. Das Team jedenfalls muss damit umgehen, dass die neue Spielzeit mit 64 festen Pflichtspielen und mutmaßlich bevorstehenden Playoff-Partien nicht weniger strapaziös wird, als die vorherige. Um die Belastungen der Spieler einzuschränken, kündigte Geschäftsführer Rolf Beyer an, keine Bamberger Spieler an die Nationalmannschaften abzustellen, die neuerdings mitten im Euroleague-Spielbetrieb im November und Februar Qualifikationsspiele austragen.

Mit Theis, Melli, Strelnieks, Miller und Causeur hat zwar das Herzstück der Vorsaison eine neue Heimat gefunden, mit Hackett, Hickman und Heckmann steht hingegen eine nicht weniger verheißungsvolle Zeitspanne bevor. Dem Phänomen Trinchieri ist sowieso alles zuzutrauen. Selbst dass er einen schlichten Fiat in einen schillernden Ferrari verwandelt.

 

 

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