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Basketball Top Four: Bayern München und Alba Berlin rivalisieren in der Endlosschleife

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Wie es das Schicksal so will, werden Alba Berlin und der FC Bayern München Basketball in den nächsten einandhalb Wochen nach dem gestrigen Pokalfinale noch zweimal aufeinandertreffen. Seitdem der FC Bayern das Projekt Basketball finanziert, besteht die Rivalität zwischen den Oberbayern und Alba BerlinIm Pokalfinale trafen sie sich wieder.

2010 als der FC Bayern (damals noch in der 2. Bundesliga Pro A) versuchte, in die Bundesliga aufzusteigen, kam aus Berlin der 131-fache Nationalspieler Steffen Hamann. Gemeinsam mit Demond Greene bildete er wohl das beste Duo, das in der 2.Bundesliga je gespielt hat. Auf dem Trainerstuhl saß mit dem damaligen deutschen Bundestrainer Dirk Bauermann auch kein Unbekannter, der in den 1990er Jahren als junger Trainer von Leverkusen den „Albatrossen“ über Jahre hinweg das Fürchten lehrte. Der Coach von Berlin hieß in dieser Zeit Svetislav Pesic, der seit 2012 bei den Bayern die Geschicke leitet.

Ausgerechnet Pesic war es, der Bauermann in jener Saison kurz vor Saisonstart ablöste. Im Sommer 2013 holte der FC Bayern zur nächsten Transferoffensive aus, Deon Thompson, Yassin Idbihi, Nihad Djedovic und Heiko Schaffartzik wechselten allesamt an die Isar. Bis auf den Reservespieler Idbihi hatten alle Neuzugänge zum Finaleinzug des FC Bayerns im folgenden Juni beigetragen.

Dort standen sich die großen Widersacher Berlin und München gegenüber. Nach 4 intensiven Spielen errang die Basketballabteilung des FC Bayern den ersten Titel seit 1955, zu allem Überfluss auch noch in Berlin. Als Heiko Schaffartzik 37 Sekunden vor Spielende – zu diesem Zeitpunkt war das Spiel bereits entschieden – ausgewechselt wurde, verbeugte er sich demonstrativ vor dem Berliner Anhang, der ihn das ganze Spiel über ausgepfiffen hatte.

München besiegt Bamberg in eigener Halle

Am gestrigen Sonntag fand wieder ein Finale statt, diesmal das Top Four Turnier in München, bei dem München und Alba Berlin entscheidende Rollen zugewiesen waren. Der Basketballpokal ist für die deutschen Clubs wohl einer der kürzeren Wege zu einem Titel. Der Ausrichter München war für das Top Four vorqualifiziert, die restlichen Teams mussten sich in drei Viertelfinalspielen das Ticket sichern.

Im ersten Halbfinalspiel trafen die Münchner auf die Brose Baskets aus Bamberg. Es entwickelte sich ein hochklassiges Duell, von Beginn an war viel Intensität zu spüren. Die Teams schenkten unter beiden Körben keinen Zentimeter her. Weder Bamberg noch Bayern konnte sich mal mit mehr als 7 Punkten Vorsprung absetzen. Für die letztlich spielentscheidende Aktion sorgte Bambergs Spielmacher Bradley Wanamaker, als er beim Stand von 73:76 aus Sicht der Bamberger, den Ball per einhändigem Einwurf zum Gegner spielte. Die Bayern hatten 1:40 Minuten vor Spielende den Ball, nach einem Pass von Justin Cobbs gelangte der Ball zu Deon Thompson, der gegen den deutlich kleineren Wanamaker aufposten konnte und das 78:73 machte – die Entscheidung.

Die Bayern konnten sich vor allem auf Dusko Savanovic (16 Punkte, 7/11 FG), Thompson (16 Punkte, 4 Blocks) und den effektiven Kurzarbeiter Cobbs (9 Punkte, 6 Assists) verlassen. Mit einem 86:79-Erfolg machten sie das „Finale dahoam“ perfekt.

Berlin gewinnt enges Halbfinale gegen Frankfurt

Im zweiten Halbfinale lautete die Paarung: Frankfurt Skyliners gegen Alba Berlin. Diese Partie war zwar nicht auf dem Niveau des ersten Halbfinales, aber an Spannung nicht zu übertreffen. Nach dem ersten Viertel lag Frankfurt mit 17:10 in Front, dannach dominierte Berrlin. Im zweiten Viertel erzielten die Hauptstädter 31 Punkte. Doch so richtig konnten sich die Berliner in der zweiten Halbzeit nie absetzen, was vor allem am Frankfurter Point Guard Jordan Theodore (22 Punkte) lag.

12 Sekunden vor Ablauf des Spiels stellte Theodore mit einem Dreier den vermeintlichen Endstand 76:76 her. Die meisten Zuschauer rechneten bereits mit 5 Minuten Verlängerung, doch die Rechnung hatten sie ohne Berlins Jordan Taylor gemacht, der einen verrückten Dreier 1 Sekunde vor Spielschluss aus gefühlt 9 Metern Entfernung zum 79:76-Sieg versenkte. Weitere Erfolgsgaranten auf Berliner Seite waren Elmedin Kikanovic (17 Punkte) und Dragan Milosavljevic, der 21 Punkte auflegte und 5 Dreipunktwürfe bei 8 Versuchen traf.

Spiel um Platz 3 wegen Wasserrohrbruch abgesagt

Das Spiel um Platz 3 – ein Spiel mit ohnehin geringem sportlichen Charakter – zwischen Bamberg und Frankfurt musste aufgrund eines Wasserrohrbruchs an der Hallendecke abgesagt werden. Beide Mannschaften treffen jedoch schon am Sonntag in der Bundesliga aufeinander.

Knallhartes Finale, wie man es sich wünscht

Das Finale zwischen Alba Berlin und dem FC Bayern, das etwa 3 Stunden später angesetzt war, konnte aber am Sonntagnachmittag jedoch ausgetragen werden. Es wurde das erwartet umkämpfte Duell, beide Mannschaften verteidigten von Beginn an gut. Das erste Viertel ging mit 13:11 an die Bayern. Zur Halbzeit standen beim FCBB 34 Punkte auf der Anzeigetafel, bei Berlin nur 25. Wenngleich die Berliner gut mit der Offensivkraft der Münchner klarkamen, hatte ihre eigene Offensive bis dato nur wenig Hoffnung gegeben.

Doch im dritten Viertel verkürzten die „Albatrosse“ den Rückstand allmählich. Angeführt vom starken Jordan Taylor (18 Punkte), übernahm Berlin 13 Minuten vor Spielende mit 39:38 die Führung. Auch Elmedin Kikanovic (19 Punkte, 8/11 FG) wurde immer wieder von den Berlinern in Szene gesetzt. Aus der Halbdistanz war der 27-jährige Bosnier für die Verteidiger der Bayern nicht aufzuhalten.

Milosavljevic macht den Deckel drauf

Bis zum Schluss blieb die Partie spannend. Beim Spielstand von 65:65 und noch 29 zu verbleibenden Sekunden hatte Berlin Ballbesitz. Der Serbe Dragan Milosavljevic fasste sich 9 Sekunden vor Spielende ein Herz, zog zum Korb und schloß per Floater über die langen Arme von Dusko Savanovic ab. 67:65. Der Sieg. Die Truppe um Trainer Sasa Obradovic krönte sich in der Halle des Erzrivalen zum neunten Mal zum deutschen Pokalsieger.

Doch die Rivalität wird mit diesem Spiel nicht begraben werden, schon am Mittwoch bietet sich den Bayern in Berlin die Chance auf Revanche.

 

 

 

 

 

 

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