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Basketball: Herr der Ringe sichert Bamberg den Pokal

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Der Trophäenschrank von Nikos Zisis schwillt allmählich über. Aufgrund seiner Erfolge bezeichnet man den griechischen Basketballer als „Herr der Ringe“. Am Sonntag sicherte Zisis sich und seinem Verein brose Bamberg den nächsten Eintrag auf dem Briefkopf. 

Fast über die komplette Spielzeit hatte brose Bamberg den Takt vorgegeben, das leicht favorisierte Alba Berlin fand keinen Rhythmus. Acht Minuten vor Ende hatten sich die Oberfranken mit 65:54 abgesetzt, was der Kommentator von Magenta Sport fast schon als Vorentscheidung deutete. Jedoch sollte das Finale des Basketball-Bundesliga-Pokals am Sonntagnachmittag wie ein Krimi zu Ende gehen und im Hinblick auf die Spannung sogar den ARD-Tatort am Abend ausstechen.

Eine Mischung aus Bamberger Schlafmützigkeit und Berliner Schlussoffensive machte die Partie tatsächlich noch einmal interessant. Knapp 30 Sekunden vor Spielende schoss Rokas Giedraitis, mit 23 Punkten bester Werfer des Spiels, Berlin mit 82:80 in Führung. Bamberg-Fans schienen geschockt ob der unerwarteten Wende. Das Schöne allerdings am Basketball: wenige Sekunden reichen, um selbst wieder zu kontern. Was Bamberg auch tat.

Zunächst griff Tyrese Rice an, sein schwieriger Dreier prallte am Metallring ab. Wäre den Berlinern der Rebound zugefallen, hätten sie wohl gewonnen. So aber bekam Bambergs Elias Harris seine Fingerspitzen an den umherspringenden Ball. Zwar konnte er den Ball nicht kontrollieren, doch über Umwege landete dieser bei den rot gekleideten Bambergern. Mit 2,4 Sekunden Restzeit wurde plötzlich Nikos Zisis zum Matchwinner. Freigespielt an der Dreierlinie behielt der Grieche die Nerven und verwandelte nicht nur den Wurf zum 83:82, sondern auch die heimische Halle in ein Tollhaus. Der anschließende Angriff der Berliner brachte nichts mehr ein.

Im Rampenlicht stand ausgerechnet Nikos Zisis: Einer, der diese Momente schon nicht nur sprichwörtlich hundertmal erlebt hat. Ein 35-jähriger Ausnahmespieler, der 189 Mal für Griechenland aufgelaufen ist und über 300 Spiele in der Euroleague, dem wichtigsten europäischen Wettbewerb, absolviert hat. Einer, dessen Ankunft in Bamberg 2015 Wellen geschlagen hatte angesichts seines klangvollen Namens. Auch wenn seine Schnelligkeit und Beweglichkeit nach und nach schwindet, zählt Zisis noch immer zu Bambergs Führungsspielern. In der Kabine hat sein Wort Gewicht.

Euroleague-Debüt vor knapp 18 Jahren

Im europäischen Basketball hat sich Zisis den Beinamen „Herr der Ringe“ erarbeitet – eine Homage für seine zahlreichen Titel. In Griechenland, in Italien, in Russland und in Deutschland hat sich Zisis jeweils mindestens einmal zum nationalen Titelträger gekrönt. 2005 wurde er mit der Nationalmannschaft Europameister, der größte Erfolg seiner Karriere. Bereits mit 17 Jahren feierte Zisis sein Debüt in der Euroleague. Am 7. März 2001 war das. Eine eindrucksvolle Zeitspanne geprägt von täglich harter Arbeit, vom Verzicht auf süße Speisen, jedoch Reisestress mit seinen Teams und wenig Urlaub.

Im Pokalfinale glückte Zisis nicht nur der entscheidende Treffer am Schluss, erstaunenswert war seine komplette Leistung. Mit 19 Punkte und acht Vorlagen trumpfte der aus Thessaloniki stammende Basketballer groß auf. Noch dazu agierte er sehr effizient, verwandelte sieben seiner elf Korbversuche und leistete sich nur einen Ballverlust. Der 1,97 Meter-Profi zeigte, dass er noch immer mit Jüngeren mithalten kann. Was er auch muss. Schließlich häufen sich die Tage, an denen Zisis der älteste Akteur auf dem Platz ist. Gegen Berlin war er aber nicht nur der älteste, sondern auch der beste.

 

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