American Football

NFL Draft 2021: Top-Talente 31-40

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31. Christian Darrisaw (Offensive Tackle, Virginia Tech)

Christian Darrisaw bietet eine gute Kombination aus Größe, Gewicht, Physis und Schnelligkeit an. Er bewegt sich flüssig im offenen Feld und ist als Blocker für Outside-Zone-Plays geeignet. Darrisaw spielt mit Geduld und guter Balance, der 21-Jährige hat meist ein sicheres Hand Placement in Pass Protection und im Run Blocking. Selten verliert er die Kontrolle, wenn er es mit einem Edge-Rusher zu tun hat. Dabei hilft ihm seine beachtliche Power im Oberkörper. Darrisaw muss seine Fußarbeit noch verbessern. Bei anstürmenden Blitzern verliert er manchmal die Übersicht.

32. Trey Lance (Quarterback, North Dakota State)

Ein mobiler Quarterback, der sich sowohl horizontal als auch vertikal schnell bewegt und keine Scheu vor Kontakt hat. Als Runner ist Trey Lance eine Gefahr für gegnerische Defenses, auch weil er Tackles brechen kann. Dank seiner Armstärke bringt er auch Off-Platform-Throws an. Diese physischen Fähigkeiten machen ihn zu einem hoffnungsvollen Talent, ähnlich wie es Jordan Love vor einem Jahr war. Lance verursachte am College allerdings viel weniger Interceptions als Love. 2019 standen für ihn 28 Touchdowns und keine Interception zu Buche, 2020 kam er bei nur einem Spiel auf zwei Touchdowns und eine Interception.

Erwähnen muss man jedoch auch, dass die Qualität seiner Gegner überschaubar war. Seine Präzision als Passer ist noch inkonstant. Auch die Entscheidungsfindung des 21-Jährigen dauert oft noch zu lange. Trey Lance klebt zu häufig an seinem ersten Read, was ihm in der NFL so nicht mehr passieren darf. Des weiteren muss Lance sein Dropback und die Fußarbeit verbessern, während seine Mechanics schon ziemlich gut aussehen. Lance hat viel Potential, in den angesprochenen Bereichen muss er allerdings einen Schritt nach vorne machen.

33. Travis Etienne (Runningback, Clemson)

Ein explosiver Runningback, der bei Clemson für viele Big Plays verantwortlich war. Travis Etienne ist dynamisch, schnell und ziemlich agil. Richtungsänderungen gelingen ihm ohne großen Geschwindigkeitsverlust, bei Jump Cuts sind jedoch andere Runningbacks der Klasse etwas besser. Etienne besitzt gute Balance und kann Tackles brechen, durch Spin Moves schüttelt er Verteidiger ab. Seine Fähigkeiten als Passempfänger machen ihn zu einem wertvollen Prospect im Draft 2021. Er fängt den Ball mit den Armen und zeigt dabei gute Extension. Etienne ist ein unterschätzter Route-Runner und kreiert Separation in Matchups gegen Linebacker.

Travis Etienne hat keine eklatanten Schwächen, seine Vision ist allerdings verbesserungswürdig. Er verlässt sich noch zu häufig auf seine Explosivität, lässt dabei aber die nötige Geduld vermissen und wartet nicht immer ab, bis sich Gaps vor ihm auftun. Am College war er sehr produktiv, allerdings hatte er auch gute Umstände. Michael Carter von North Carolina ist noch ein wenig agiler als Etienne.

34. Levi Onwuzurike (Defensive Tackle, Washington)

Levi Onwuzurike ist einer der explosivsten Defensive Tackles dieses Jahrgangs und beeindruckt mit einem schnellen Get Off. Er beweist gutes Timing, indem er häufig als erster Spieler von der Line of Scrimmage in Richtung gegnerische Offensive Line startet, ohne dabei durch Frühstarts aufzufallen. Der bereits 23-Jährige kann seine Schnelligkeit in Power konvertieren und mitunter schiebt er Guards ins Backfield. Für einen Defensive Tackle hat er einen guten Bend, als Pass Rusher hat er Potential angedeutet. Am Point of Attack ist er physisch, gegen Double Teams zieht er allerdings meist den Kürzeren. Bei Washington wurde Onwuzurike gelegentlich als 3-4 Nose Tackle eingesetzt, doch selbst mit seinen 132 Kilogramm würde er als Two-Gapper in der NFL zu den Schmächtigeren zählen. Es ist unwahrscheinlich, dass NFL-Teams mit ihm als 3-4 Nose Tackle planen.

Levi Onwuzurike spielt geduldig und kontrolliert. Er hält die Augen meist im Backfield und antizipiert Screen-Pässe. Als Verteidiger des Laufspiels überzeugt Onwuzurike, auch wenn er hierbei noch mehr Durchschlagskraft entwickeln könnte. Sein Pad-Level könnte noch konstant tiefer sein. Ebenfalls würde ihm ein breiteres Repertoire an Pass-Rush-Moves helfen. Trotzdem ein rundum guter Spieler mit vielen Fähigkeiten, der diese aber noch konstanter zeigen kann.

35. Michael Carter (Runningback, North Carolina)

Womöglich der agilste Runningback in diesem Draft. Michael Carter lässt mit seinen Jump Cuts Verteidiger alt aussehen, läuft geschmeidig und ist schwer zu greifen. Der 22-Jährige teilte sich bei North Carolina ein Backfield mit dem ebenfalls hochgehandelten Javonte Williams. Seine Schnelligkeit und Explosivität sind nicht herausragend, aber sehr gut. Mit seinen flinken Füßen bricht er regelmäßig Tackles, danach kann er zügig wieder beschleunigen. Carter kann sein Tempo variieren, hat Geduld und gute Übersicht.

Für einen NFL-Runningback ist Michael Carter unterdurchschnittlich groß und schwer, trotzdem fällt seine Contact Balance positiv auf. Für Wheel Routes und Seitwärtspässe ist er zwar eine brauchbare Anspielstation, als Passempfänger ist er bislang allerdings Durchschnitt. Als Route Runner hat er sich noch nicht hervorgetan. Seine größte Schwäche ist wohl die Pass Protection, vor allem gegen physische Rusher ist er oft überfordert.

36. Zaven Collins (Linebacker, Tulsa)

Ein großer, schwerer und trotzdem athletischer Linebacker. Zaven Collins ist ziemlich schnell und kann rasch die Richtung ändern. Er erkennt gegnerische Spielzüge frühzeitig und kann dann in kurzer Zeit reagieren. Instinktiv trifft er meist die richtige Entscheidung. Dabei profitiert Collins sicherlich davon, dass er auf der High School noch Quarterback spielte. In der Run Defense arbeitet er sich mit seinem massiven Körper geschickt durch Blocks. Sporadisch blitzen seine Qualitäten als Pass Rusher auf. In Zone Coverage weiß er durch ein gutes Raumgefühl zu gefallen. Zaven Collins muss Tackles noch besser finishen. Da er auf seinem Pro Day für 40 Yards 4,67 Sekunden brauchte, gibt es kleinere Bedenken hinsichtlich seiner Schnelligkeit.

37. Jaelon Darden (Wide Receiver, North Texas)

Der nächste kleinere, schmalere Wide Receiver mit Schnelligkeit und Explosivität in diesem Draft. Jaelon Darden spielte nicht in einer der Top-5-Conferences, weshalb er seinen Gegenspielern athletisch weit überlegen war. In der NFL dürfte er es deutlich schwer haben. Andererseits muss man auch zugeben, dass sein Quarterback bei North Texas ihm keine große Hilfe war. Darden hat bewegliche Hüften, beschleunigt schnell und ist agil. Dardens Richtungswechsel sind fließend, seine Athletik überträgt sich auf sein Route-Running. Außerdem scheint Darden motiviert und eifrig zu sein; nach einer Interception seines Quarterbacks gegen Charlotte 2020 sprintete er den weiten Weg zurück, um den Ballträger zu tackeln und so den Pick Six zu verhindern.

Jaelon Darden könnte in der NFL mindestens als Returner und Gadget-Spieler eine Rolle spielen. Auch nach dem Catch hat er Qualitäten, dank seiner Agilität erzwingt er viele gegnerische Missed Tackles. Auf dem College war er nicht nur aus dem Slot erfolgreich, sondern auch als Deep Threat. Darden hat eine gute Hand-Augen-Koordination und fängt in der Regel Pässe in seine Richtung. Seine Größe von nur 1,71 Metern könnte sich bei den Profis als Problem erweisen. Physis während der Route setzte Darden schon am College zu, in der NFL dürfte dieser Umstand noch gravierender werden.

38. Eric Stokes (Cornerback, Georgia)

Ein äußerst schneller und physischer Cornerback, der auf seinem Pro Day die beeindruckende, aber inoffizielle Zeit von 4,25 Sekunden über 40 Yards aufstellte. Eric Stokes wird auch in der NFL kaum durch Go-Routes geschlagen werden, ist handlungsschnell und spielt mit Antizipation. In Zone Coverage liest er problemlos die Augen des Quarterbacks und explodiert dann in Richtung Spielgeschehen, um den Pass wegzuschlagen oder abzufangen. Gegnerische Receiver deckt Stokes sehr eng, mitunter wird er von Schiedsrichtern allerdings für zu körpernahen Kontakt bestraft. Nur ganz selten gerät er aus der Balance. Eric Stokes konnte in der College-Saison 2020 vier Interceptions verbuchen. Sehr agile Receiver bereiten ihm noch Schwierigkeiten. Gegen physische Receiver würde ihm etwas mehr Muskelmasse guttun.

39. Elijah Molden (Cornerback/Safety, Washington)

Ein intelligenter, hart spielender Verteidiger, der Plays schnell und sicher liest. Dank seiner Auffassungsgabe taucht Elijah Molden häufig in Ballnähe auf. Trotz unterdurchschnittlicher Größe und kurzer Arme hat er eine starke Reichweite als Tackler, dabei nimmt er geeignete Winkel. Er verpasst jedoch noch zu viele Tackles. Seine physischen Limitierungen macht er mit Einsatz und Aggressivität wett. Auf dem Feld hat es den Anschein, dass Molden größer und schwerer ist als es die Daten hergeben. Seine Schnelligkeit reichte am College meist aus, um vertikale Routen aus dem Slot verteidigen zu können. Elijah Molden ist trotzdem kein Top-Sprinter. In den letzten beiden Saison sammelte er immerhin fünf Interceptions. Ob er in der NFL als Slot-Cornerback oder Box Safety agiert, wird die Zeit zeigen.

40. Dillon Radunz (Offensive Tackle, North Dakota State)

Überzeugt mit seiner Mobilität und schnellen Füßen. Dillon Radunz bestätigte die Eindrücke der Spiele auch auf seinem Pro Day, als er den 3-Cone-Drill in einer für seine Positionsgruppe starken Zeit von 7,27 Sekunden zurücklegte. Radunz ist für einen Offensive Tackle überdurchschnittlich groß, hat allerdings leicht unterdurchschnittlich große Hände. Dafür ist sein Hand-Placement positiv hervorzuheben. Er hat ein gutes Gefühl für das Spiel und kann Rusher bei Stunts sicher aufnehmen. Der 23-Jährige hat mehr einen attackierenden als reaktiven Quick Set. Arbeiten muss er aber noch an der Stabilität seines Anchors, gerade in Pass Protection wird er noch zu häufig durch Bull Rusher geschlagen. Als Freshman setzte ihn ein Kreuzbandriss außer Gefecht.

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