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NFL Draft 2021 Top-Talente: 11-20

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11. Micah Parsons (Linebacker, Penn State)

Auf seinem Pro Day lief er die 40 Yards in 4,39 Sekunden. Zwar war die Zeit handgestoppt und möglicherweise um ein paar Hundertstel fehlerhaft, dennoch zeigt sich seine hervorragende Schnelligkeit auch in Spielen. Regelmäßig bricht er als Blitzer durch die gegnerische Offensive Line. Für Guards ist er dann zu schnell und gegen Tackles kann er seine Physis ausspielen. In der High School war er noch als Edge-Verteidiger aktiv, was man heute noch an seinen durchaus rudimentären Pass-Rush-Moves sehen kann.

Parsons ist ein dominanter Run-Verteidiger und das Ebenbild eines Sideline-to-Sideline-Linebackers. Genau wie Owusu-Koramoah provoziert er konstant gegnerische Ballverluste, insgesamt ist Parsons allerdings noch ein wenig explosiver und schneller. Dafür fehlt ihm im Gegensatz zum Linebacker von Notre Dame die Erfahrung als Passverteidiger. Seine Antizipation ist noch unzulänglich, beispielsweise lässt er sich von Misdircetions in die Irre führen.

12. Jeremiah Owusu-Koramoah (Linebacker, Notre Dame)

Etwas kleiner als sein Positions-Kontrahent Miacah Parsons, allerdings nicht minder produktiv. Owusu-Koramoah ist athletisch, explosiv und beweglich. Er ist kein klassischer Middle-Linebacker, vielmehr kann er auf vielfältige Weise eingesetzt werden. Auch als Passverteidiger kann er einen Receiver in Manndeckung nehmen, wenngleich er nicht konstant den schnellsten oder physischsten Passempfänger decken sollte. Seine Stärken liegen vor allem in der Zone-Coverage. Auch in der Passverteidigung offenbart sich seine Agilität, dazu hat er eine gute Technik beim Wegschlagen von Pässen.

Owusu-Koramoah ist ein Experte darin, gegen den Lauf „outside contain“ zu halten und den gegnerischen Ballträger nicht an der Seitenlinie wegsprinten zu lassen. Er liest Spielzüge des gegnerischen Teams hervorragend und ist dann schnell an Ort und Stelle, um ein Tackle zu machen. Er ist einsatzfreudig und forciert regelmäßig gegnerische Fumbles. Er tendiert dazu, mit seiner Schulter zu tackeln, weshalb er noch zu viele Tackles verpasst.

13. Caleb Farley (Cornerback, Virginia Tech)

Die längste Cornerback-Erfahrung hat Caleb Farley definitiv nicht und doch ist er vielleicht der beste Passverteidiger im Draft 2021. In der High School spielte er als Quarterback, dieser Umstand könnte ihm nun jedoch zugute kommen: Er weiß, wie sich ein Quarterback in der Pocket bewegt, wie er das Feld scannt und Entscheidungen trifft. 2020 hatte er vier Interceptions im Trikot von Virginia Tech, ein Beleg für seine tollen Instinkte und guten Ballskills. Im Spiel gegen Miami 2019 fing er einen Ball in der Endzone ab. Dabei spiegelte er die Route seines Gegenspielers so akkurat – als ob er der Receiver wäre.

Farley ist agil, kann seine Hüften schnell drehen und ist auch schnell auf längerer Strecke. Aus dem Stand und selbst nach Richtungswechseln kann er extrem gut beschleunigen Er bewegt sich ein wenig flüssiger als Jaycee Horn und Patrick Surtain II, die beide ebenfalls als Top-Cornerbacks dieser Draftklasse gelten. Durch seine athletischen Anlagen hat er einen hohen Floor. Er ist in der Lage dazu, Lücken zu Passempfängern in der Route schließen, auch wenn er ein Passkonzept für einen Augenblick falsch gelesen hat. Manchmal dreht Farley seine Hüften während der Route des Wide Receivers etwas zu früh, in Press-Man-Coverage hat er nicht die größte Erfahrung. Die größten Zweifel allerdings hängen mit seiner Gesundheit zusammen. Er hat bereits zwei Rücken-Operationen hinter sich, eine davon in diesem Jahr.

14. Kwity Paye (Edge-Rusher, Michigan)

Kwity Paye ist nicht der Größte auf seiner Position, aber ein Muskelpaket, das auch physisch und mit starkem Handeinsatz dominieren kann. Er hat einen schnellen Get Off und kann sowohl mit seinem Antritt als auch mit dem Bullrush Quartback-Pressures herbeiführen. Als Run-Defender ist er bereits auf hohem Niveau, im Pass Rush hat er viel Potential.

Payes Technik bedarf weiterer Verbesserung. Sein Pad-Level, seine Körperhaltung, könnte noch konstant tiefer sein. Auch wenn er sich über die Außenseite kommend um den Offensive Tackle windet, ist er noch zu aufrecht. Er hat gute Instinkte, er identifiziert und liest Read Options korrekt. Im Pass Rush ist der 22-Jährige bei Stunts oft zu schnell für Guards. Womöglich planen manche NFL-Coaches aufgrund seiner nicht idealen Edge-Rusher-Größe, ihn je nach Matchup auch als Defensive Tackle einzusetzen.

15. Teven Jenkins (Offensive Tackle, Oklahoma State)

Wie bei Penei Sewell und Rashwan Slater liegt seine Armlänge knapp unter der berüchtigten 34 Inches-Marke, Teven Jenkins kommt auf 33,5 Inches (etwa 85 Zentimeter). Am College machte sich dieser kleine Makel aber nicht bemerkbar. Er besitzt eine ausgezeichnete Fußbarbeit und hat die allermeiste Zeit eine gute Base. Sein Hand-Placement ist lehrbuchmäßig. Häufig ist Jenkins der erster Spieler an der Line of Scrimmage, der aus seinem Stance kommt. Das deutet auf exzellente Reaktionsschnelligkeit hin. In Pass Protection zögert er nicht bis der Edge-Defender seine Hände wegschlagen kann, sondern Jenkins attackiert ihn und will den ersten Punch setzen.

Am College wurde Teven Jenkins in Pass Protection nur ganz selten im Eins-gegen-Eins geschlagen. Den hochgehandelten Joseph Ossai von Texas hat er vollends beherrscht. Auffallend ist insbesondere seine Attitüde. Der 23-Jährige möchte seinen Quarterback nicht nur beschützen, sondern den Gegenspieler komplett dominieren und diesen mit legalen Mitteln zu Boden werfen. Er gibt stets 100 Prozent und hält seine Blocks so lange wie möglich. Im Blocking auf Second Level zeigt sich seine Power. Seine einzige Schwäche ist seine Agilität, die nur durchschnittlich ist.

16. Jaycee Horn (Cornerback, South Carolina)

Ein physischer, dennoch schneller und beweglicher Cornerback, der schon etliche heutige oder zukünftige NFL-Receiver verteidigt hat – darunter AJ Brown, DeVonta Smith, Jaylen Waddle, Jerry Jeudy, Van Jefferson, Dyami Brown oder Seth Williams. Jaycee Horn hat eine fantastische Sprungkraft, was er auf seinem Pro Day mit 41,5 Inches (etwa 105 Zentimeter) eindrucksvoll belegte. Selten wurde er am College vertikal geschlagen, Press-Coverage ist seine Spezialdisziplin.

Im Vergleich zu 2019 hat Jaycee Horn sich in puncto Hand-Placement in der Route enorm verbessert. Trotzdem verursacht er noch zu viele Pass Interferences, weil er stets engen Kontakt zu seinem Gegenspieler aufbaut und an der Grenze zum Erlaubten spielt. Der Sohn von Joe Horn, eines früheren NFL-Receivers, hat mehr Probleme in Zone Coverage als in Man Coverage. Manchmal agiert er zu überagressiv als Tackler und verschätzt sich.

17. Elijah Moore (Wide Receiver, Ole Miss)

Auf seinem Pro Day legte Elijah Moore eine beeindruckende Performance hin. Die 40 Yards lief er in 4,34 Sekunden und für den 3-Cone-Drill brauchte er 6,65 Sekunden. Moore ist nur 1,77 Meter groß, aber ungemein flink und schnell. Er hat einen tiefen Körperschwerpunkt, ist sehr muskulös gebaut und spielt physischer als man angesichts seiner Größe vermuten könnte. Vornehmlich wurde Moore bei Ole Miss im Slot eingesetzt, das wird auch seine primäre Rolle in der NFL sein. Der selbstbewusste 21-Jährige könnte einer der besten Slot-Receiver der NFL werden.

Bei Routen über die Mitte, Crossing-Routes und Slants beweist Elijah Moore sichere Hände und brauchbare Fangtechnik. Er ist stark am Catch Point, kaum einmal lässt er einen Ball fallen. Moore ist ein sehr guter Route-Runner, der sich reichlich Separation verschafft und schwer zu tackeln ist. Hin und wieder hat er auch outside gewonnen. Er hat effiziente Körpertäuschungen in seinem Repertoire. Der Slot-Receiver behält die Balance auch bei toughen Catches über die Mitte, während der Cornerback an ihm dranhängt. Bei der Explosivität und dem konstanten Kreieren von Yards after Catch haben ihm Receiver wie Kadarius Toney etwas vorraus. Insgesamt ist Moore jedoch schon ziemlich komplett.

18. Richie Grant (Safety, UCF)

Richie Grant ist ein bisschen kleiner als ein typischer Safety und bereits 23 Jahre alt (zu Saisonbeginn 24 Jahre). Dementsprechend fliegt er bei manchen Beobachtern ein wenig unter dem Radar. Er vielleicht nicht mehr so entwicklungsfährig wie ein 21-Jähriger, aber auch diese Sichtweise wird in NFL-Kreisen kontrovers diskutiert. In jedem Fall ist Grant erfahren – so spielt er auch. Dank seiner hervorragenden Instinkte forciert er Interceptions auch als Single-High-Safety. Er hat eine beachtliche Reichweite, auch wenn seine Athletik und Schnelligkeit nur gut und nicht großartig sind.

Grant antizipiert Plays wie etwa Screens und versteht Route-Konzepte. Er kann auch als Safety in einer Cover-2, sporadisch auch in der Box und in Man Coverage eingesetzt werden. Er ist gut darin, Incompletions in Traffic zu produzieren. Grants Füße sind immer in Bewegung, er gibt keinen Spielzug auf. Seinen Einsatz und seine Arbeitseinstellung werden NFL-Coaches zu schätzen wissen. Im Tackling muss er sich steigern. Ab und zu nimmt er schwache Winkel, um einen gegnerischen Ballträger zu Boden zu bringen.

19. Trevon Moehrig (Safety, TCU)

Trevon Moehrig ist größer und ein bisschen schwerer als Richie Grant, ähnlich schnell und ebenfalls reaktionsschnell. Meist hat er als Safety in einer Cover-2 gespielt. Seine Transition vom Backpedal in den Übergang in die Passverteidigung erfolgt sehr schnell, besser noch als bei Grant. In den letzten beiden Saisons am College verzeichnete er sechs Interceptions und verteidigte 20 Pässe. Er hat ein Gespür dafür, welche Anspielstation der Quarterback anvisieren wird. Das kommt ihm in Zone Coverage zugute.

In Man Coverage wurde Trevon Moehrig selten im Eins-gegen-Eins geschlagen, flüssig dreht er seine Hüften. Er versteht es, sich in Position zu bringen, um Pässe abzuwehren. Moehrig kommuniziert viel auf dem Feld, was positiv hervorzuheben ist. Mitunter agiert er überagressiv, beispielsweise wurde er in Man Coverage hin und wieder von Double-Moves geschlagen. Seine größte Schwäche ist das Tackling, seine Geduld und Winkel müssen hierbei deutlich besser werden. In diesem Bereich ist ihm Grant aktuell noch überlegen.

20. Christian Barmore (Defensive Tackle, Alabama)

Wer momentan der beste Defensive Tackle der Draftklasse von 2021 ist, scheint nicht so eindeutig zu sein. Christian Barmore könnte aber das beste Gesamtpaket sein. Er ist überdurchschnittlich groß, schwer, schnell, explosiv und stark. In keiner Kategorie ist er großartig, aber in allen gut. In den College-Football-Playoffs 2020 zeigte er seine Klasse, vor allem im Spiel gegen Ohio State. Für seine Größe bewegt er sich leichtfüßig.

Christian Barmore hat sehr lange Arme und dadurch eine gute Reichweite als Tackler. Er kann seine Schulter tief beugen und sich selbst durch enge Lücken zwischen Guard und Center hindurchzwängen. Barmore hat auch Potential als Pass-Rusher und hat ein paar Moves in petto. 2020 hatte er acht Sacks als Defensive Tackle. Er ist einsatzfreudig, in manchen Spielen hat er allerdings kaum Einfluss genommen und zu wenig Druck erzeugt. Manchmal ist sein Pad-Level noch zu hoch. Levi Onwuzurike, Defensive Tackle von Washington, hat einen schnelleren Get Off und ist ein wenig explosiver als Barmore.

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