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Selbstvertrauen durch einen Sieg gegen Bayern? Die Statistik sagt etwas anderes

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Magische DFB-Pokalnächte sind das eine, Bundesliga-Alltag das andere. Borussia Mönchengladbach tritt am Sonntag (17.30 Uhr) gegen den VfL Bochum an. Wenngleich die Fohlen in der Tabelle nur einen Punkt vor den Bochumern rangieren, liegt die Favoritenrolle klar beim Team von Adi Hütter. Doch der Borussia-Trainer warnt vor einem unangenehmen Gegner.

Nach dem fantastischen 5:0-Sieg gegen den FC Bayern München am Mittwoch empfängt Borussia Mönchengladbach am Sonntag einen Gegner, der deutlich weniger furchteinflößend daherkommt wie der Rekordmeister. Dennoch gilt es für die Borussia, nicht überheblich zu werden und die formstarken Bochumer nicht zu unterschätzen.

Der Aufsteiger hat die letzten drei Pflichtspiele gewonnen – gegen Augsburg im Pokal durch ein nervenaufreibendes Finish im Elfmeterschießen und zuvor gegen Frankfurt und Fürth. Bei den letzten beiden Bundesliga-Siegen konnte Bochum-Torwart Manuel Riemann sogar jeweils eine weiße Weste wahren.

Hütter erwartet „unangenehmen Gegner“

Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel hob Adi Hütter hervor, dass er nicht glaube, Bochum werde sich nach drei Siegen hinten reinstellen. Der Österreicher rechnet mit einem „unangenehmen Gegner“. „Ich habe mir die letzten Spiele der Bochumer angesehen, in denen sie sehr dynamischen und athletischen Fußball gespielt haben. Sie haben sehr schnelle Spieler, die sehr gut auf die zweiten Bälle gehen“, sagte der 51-Jährige.

Auch eine veränderte Aufstellung gegenüber dem Pokalspiel wollte er nicht ausschließen. „Es kann durchaus sein, dass die Mannschaft möglicherweise anders ausschaut“, sagte Hütter.

Die Dreierkette wird jedenfalls leicht modifiziert werden müssen. Jordan Beyer hat im Spiel am Mittwoch eine Muskelverletzung mit Sehnenbeteiligung im Oberschenkel erlitten und wird länger ausfallen. Möglicherweise rückt Ramy Bensebaini in die Dreierkette und Joe Scally sowie Luca Netz besetzen die Außenpositionen.

Gladbach wird mit voller Konzentration antreten müssen, um gegen Bochum bestehen zu können. Dass ein Sieg gegen den FC Bayern auch nach hinten losgehen kann, zeigte nicht zuletzt das Beispiel Eintracht Frankfurt. Nach dem 2:1-Sieg Anfang Oktober in München verloren die Hessen die beiden kommenden Bundesligaspiele gegen Hertha BSC und Bochum.


„Wir können das Spiel gewinnen, wir wollen das Spiel gewinnen, ich würde fast sagen, wir müssen das Spiel gewinnen. Wir müssen in der Liga nach vorne kommen. Daher sind wir mehr oder weniger in der Pflicht, den VfL Bochum zu schlagen“, sagte Hütter.

Auftrieb durch einen Sieg gegen Bayern?

Hütter selbst kennt die Situation, infolge eines Siegs gegen ein Spitzenteam eine Durststrecke erleben zu müssen. In der vergangenen Saison gewann er noch als Frankfurt-Trainer mit 2:1 gegen die Bayern, es folgte eine Niederlage gegen den späteren Absteiger Werder Bremen und zwei weitere sieglose Spiele.

Eineinhalb Jahre zuvor hatte Hütter die Bayern 5:1 besiegt. Selbstvertrauen mitnehmen konnte das Team allerdings wieder nicht, wie drei Niederlagen in Folge gegen Lüttich, Freiburg und Wolfsburg belegen.

Die Serie konnte erst wieder durch einen 2:1-Erfolg beim englischen Schwergewicht Arsenal London gestoppt werden. Auf diesen Dreier Ende November 2019 folgte erneut eine Talfahrt. Im gesamten Dezember sammelte die Eintracht nur einen Punkt (gegen Hertha) und verlor fünfmal – gegen allesamt schlagbare Teams (Mainz, Guimaraes, Schalke, Köln, Paderborn).

Man kann schon fast ein Muster erkennen, dass Hütter-Teams gegen Top-Teams über sich hinauswachsen, gegen Teams auf Augenhöhe oder schlechtere Teams aber gerne einmal Federn lassen.

Zum Saisonauftakt Mitte August hatte Hütter in seinem ersten Bundesligaspiel mit Gladbach durch ein 1:1 gegen den FC Bayern für Aufsehen gesorgt. In den nächsten beiden Spielen stellte sich jedoch Ernüchterung ein. Ein 0:4 in Leverkusen und ein 1:2 bei Union Berlin waren keine Wunschergebnisse für den fünfmaligen deutschen Meister.

Aber nicht nur von Hütter trainierte Mannschaften scheitern nach Achtungserfolgen gegen die Bayern. Im Dezember 2019 zog Borussia Mönchengladbach damals noch unter Marco Rose gegen Basaksehir und Wolfsburg zweimal hintereinander den Kürzeren, vorausgegangen war ein 2:1-Sieg gegen die Bayern.

Unter Hecking ließ die Borussia auf einen Sieg gegen Bayern einen zweiten folgen

Aber nicht immer muss sich ein Erfolgserlebnis gegen den Branchenprimus negativ auf die anschließenden Leistungen auswirken. Auf einen 3:0-Sieg der Borussia in München im Oktober 2018 ließ die Mannschaft ein 4:0 gegen Mainz folgen. Trainer war damals Dieter Hecking.

Ob man es mit den Gladbachern hält oder nicht: In jedem Fall ist man gespannt, welches Gesicht die Borussia am Sonntag gegen Bochum zeigen wird.

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