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Hör mal, wer da hämmert – West Hams Aufstieg zur Spitzenmannschaft

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Man übertreibt nicht, wenn man West Ham United als Überraschungsteam der letzten eineinhalb Jahre bezeichnet. Nachdem sich die Mannschaft von Trainer David Moyes in der vergangenen Saison als Premier-League-Sechster für die Europa League qualifiziert hat, stehen die Hammers aktuell sogar auf dem vierten Platz. Wie hat es West Ham geschafft, von einem Abstiegskandidaten 2019/2020 zu einem eingeschworenen Kollektiv zu werden, das an der Tabellenspitze hämmert?

Erst zwei Spielzeiten ist es her, als West Ham United am Rande des Abgrunds stand. Elf Spieltage vor Saisonende lag der englische Traditionsklub noch auf einem Abstiegsplatz (18. Rang), bevor das Team durch einen ordentlichen Schlussspurt geringfügig in der Tabelle kletterte und die Saison (mit fünf Punkten Vorsprung vor den Abstiegsrängen) auf dem 16. Platz abschloss.

Haller und Anderson konnten die Erwartungen nicht erfüllen

Die Mannschaft blieb hinter den Erwartungen zurück, obwohl Spieler wie Sebastien Haller oder Felipe Anderson für West Ham stürmten. In der Saison 2019/2020 schoss Haller allerdings nur sieben Tore in der Liga. Im Januar 2021 wurde der Ex-Frankfurter für 22,5 Millionen Euro an Ajax Amsterdam verkauft. West Ham machte ein gewaltiges Transferminus mit Haller, den man als Rekordeinkauf der Vereinsgeschichte eineinhalb Jahre zuvor für 50 Millionen Euro verpflichtete hatte.

In der laufenden Saison, die noch nicht einmal drei Monate alt ist, hat Haller für Ajax ebenfalls schon siebenmal getroffen – jedoch sowohl in der niederländischen Liga als auch in der Champions League. Macht zusammen 14 Tore in 16 Pflichtspielen.

Auch Felipe Anderson, der mit 38 Millionen Euro klubintern zweitteuerste Zugang aller Zeiten, wurde seiner Transfersumme nie gerecht und spielt nun wieder bei Lazio Rom. Lediglich drei Millionen Euro flossen beim Verkauf des Brasilianers in die Vereinskassen West Hams. Warum Haller und Anderson bei den Hammers nicht heimisch wurden, obwohl sie andernorts ihre Klasse nachgewiesen haben, lässt sich auch mit zeitlichem Abstand nicht so recht beantworten.

Mit einem Platz im Ligamittelfeld hätten die Fans sich wohl zufrieden gegeben, aber für Abstiegskampf schien dieser Kader zu gut zu sein. Die Anhänger der Hammers hatten in den Vorjahren ohnehin schon genug gelitten.

Umzug ins Olympiastadion treibt Fans auf die Barrikaden

2016 bekam West Ham eine neue Bleibe – das Londoner Olympiastadion: Den altehrwürdigen Upton Park ließ der im Osten Londons beheimatete Klub hinter sich. Über 100 Jahre hatte United in dem etwas mehr als 35.000 Zuschauer fassenden Fußballstadion seine Heimspiele ausgetragen. Im Frühjahr 2017 wurde das alte Stadion abgerissen, auf dessen Grund entstanden Wohnungen.

Im Umkreis des Upton Parks hatte sich über etliche Jahrzehnte eine lebhafte Kneipen-Kultur herausgebildet. Im Upton Park herrschte stets eine intensive und den Gegner einschüchternde Atmosphäre. United-Anhänger, von denen viele aus der Unter- und Mittelschicht stammen, sprachen sich vehement gegen den Umzug aus. Viele Fans hatten den Eindruck, als würden die Besitzer West Hams dem Klub ein Stück seiner Identität rauben.

Der Verein war ursprünglich eine Betriebssportmannschaft

1895 war der Klub ursprünglich als Werksverein der an der Themse im East End von London ansässigen Weft gegründet worden – zunächst als Betriebssportmannschaft mit dem Namen Thames Ironworks FC, bevor der Verein 1900 in eine Gesellschaft umgewandelt wurde und von nun an als West Ham United firmierte. Die beiden gekreuzten Hämmer im Vereinswappen deuten auf die Entstehungsgeschichte des Arbeiterklubs hin.

Viele Fans beschäftigen sich heute noch leidenschaftlich mit der Herkunft des Vereins, den eine Rivalität mit dem FC Millwall verbindet. Millwall wurde ebenfalls von Arbeitern gegründet. In der Kinoproduktion „Hooligans“ wird die teilweise gewältig ausgetragene Gegnerschaft beider Fan-Lager filmisch aufgearbeitet.

Geld kommt von den „Dildo Boys“

Indes war der Umzug in das Londoner Olympiastadion, das eine Kapazität von 60.000 Plätzen bietet, primär finanziell motiviert. Mit dem größeren Stadion lässt sich natürlich mehr Geld generieren. Der Nutzungsvertrag von West Ham hat übrigens eine Laufzeit von 99 Jahren, der Verein zahlt jährlich 2,2 Millionen Euro Miete.

Das Geld kommt von den „Dildo Boys“, wie die Besitzer David Gold und David Sullivan von Fans augenzwinkernd bezeichnet werden. Gold war in der Porno-Industrie tätig, Sullivan hat sein Geld mit einer Sexshop-Kette verdient. Die beiden Co-Eigner übernahmen West Ham United im Jahr 2010.

Wie The Athletic berichtet, führen die beiden Eigentümer jedoch Gespräche über den Verkauf von 27 Prozent der Anteile an den tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky, der unter anderem durch das Braunkohle-Geschäft reich geworden ist.

Fans stören sich vor allem an der Laufbahn im Olympiastadion und dem damit verbundenen großen Abstand zwischen Tribüne und Feld. Metaphorisch könnte man einwenden, dass die Distanz zwischen Fans und Klub auch emotional größer geworden ist.

Vom Abstiegskampf in den internationalen Wettbewerb

Dabei haben die Fans mittlerweile allen Grund zur Freude: West Ham konnte sich in der vergangenen Saison für die Europa League qualifizieren. Vom 16. auf den 6. Platz in einem Jahr, obwohl die Mannschaft bis auf wenige Ausnahmen größtenteils zusammengeblieben ist.

Stolz erzählte Moyes nach dem letzten Saisonspiel bei West Ham TV: „Die Qualifikation für die Europa League ist ein großer Erfolg. Ich sehe eine große Chance, mit West Ham weiter zu gehen und es größer und besser zu machen. Ich hoffe, dass die Standards, die wir in diesem Jahr gesetzt haben, weiterhin gelten, denn wir hatten ein so gutes Jahr und wollen nicht mehr ganz unten stehen.“

West Ham United belegt einen Champions-League-Platz

Offensichtlich ist der Plan aufgegangen: Nach zehn Spieltagen der laufenden Saison liegt West Ham mit 20 Punkten sogar auf dem vierten Platz, der zur direkten Teilnahme an der Champions League berechtigen würde.

Nur Manchester City (20 Punkte), der FC Liverpool (22 Punkte) und der FC Chelsea (25 Punkte) liegen in der Tabelle vor den Hammers. Des weiteren ist West Ham mit vier Siegen und einem Unentschieden äußerst auswärtsstark, wenngleich die Aussagekraft dieser Statistik so früh in der Saison beschränkt ist.

Mit einem 5:3-Sieg nach Elfmeterschießen im EFL Cup gegen Manchester City, einem 1:0-Sieg gegen die Tottenham Hotspurs und einem 4:1-Erfolg gegen Leicester City hat West Ham bereits mehrere Ausrufezeichen gesetzt. Die 1:2-Niederlage gegen Aufsteiger Brentford vor wenigen Wochen war als seltener Ausrutscher verschmerzbar. In der Europa League winkt nach drei Siegen und einem Remis der Einzug in die K.o.-Phase.

West Ham United gewann zu Saisonbeginn überraschend deutlich gegen Leicester City

Die Königsklasse wäre ein Novum für West Ham. Der einzige internationale Titel wurde 1965 im Europapokal der Pokalsieger eingefahren. Im Finale konnte man damals den TSV 1860 München bezwingen. Bis auf drei weitere FA-Cup-Titel (1964, 1975, 1980) und dem einmaligen Gewinn des englischen Superpokals (1965) ist der Trophäenschrank allerdings noch ziemlich verwaist.

Für Moyes ist es die bereits zweite Amtszeit bei West Ham

Ende Dezember 2019 hat Trainer David Moyes seine zweite Amtszeit bei den Hammers angetreten. Bereits zwischen November 2017 und Mai 2018 hatte Moyes West Ham betreut, sich dann aber eigenmächtig zurückgezogen. Während sein erstes Engagement noch durchwachsen lief, liest sich der Punkteschnitt seiner zweiten Amtszeit beachtlich. In 80 Pflichtspielen hat er durchschnittlich 1,66 Punkte geholt.

In den ersten Monaten seiner zweiten Amtsperiode setzte der Schotte noch häufig auf eine Fünferkette, die inzwischen komplett seiner präferierten 4-2-3-1-Grundordnung gewichen ist. Unter Moyes schnürt West Ham weder seine Gegner ein noch setzt der Trainer auf aggressives Pressing.

Passivität mit System

Die Mannschaft lässt sich bei gegnerischem Ballbesitz meist in die eigene Hälfte zurückfallen, hält das Zentrum kompakt und lenkt Gegenspieler auf die Außenbahnen, wo die direkte Torgefahr begrenzt ist.

Für diesen Ansatz besitzt West Ham auch die perfekten Spieler: Die Innenverteidiger Kurt Zouma (1,90 Meter), Angelo Ogbonna (1,91 Meter) und Issa Diop (1,94 Meter) sind sehr kopfballstark und können Flanken oft reibungslos entschärfen. Declan Rice (1,88 Meter) und vor allem Tomas Soucek (1,92 Meter) entscheiden Luftduelle ebenfalls in der Regel für sich.

Die beiden Außenverteidiger Vladimir Coufal (1,79 Meter) und Aaron Creswell (1,70 Meter) zählen zu den eher kleineren Spielern. Insbesondere Creswell ist ein seit Jahren unterschätzter Spieler, der sich klug positioniert, im richtigen Moment ins Mittelfeld aufrückt und seine Stärken im Passspiel sowie bei Flanken hat. Dazu kommt Rechtsverteidiger Ben Johnson, ein 21-jähriges Talent, das Druck auf den Stammplatz des acht Jahre älteren Coufal macht.

West Ham lässt nicht mehr so viele Gegentore zu

Im Vergleich zu 2018 oder 2019 hat Moyes die Defensive erheblich stabilisieren können. Nach zehn Spieltagen beträgt die Tordifferenz der Hammers 20:11. In der vergangenen Saison lag sie bei 62:47, ein Jahr zuvor bei 49:62.

In Sachen Ballbesitz war West Ham in der letzten Saison mit 43 Prozent im unteren Ligadrittel, im bisherigen Spielbetrieb konnte man den Wert auf 51 Prozent steigern. Aber es ist nicht so, dass West Ham im Stile von Manchester City das gegnerische Tor belagert.

Viele Chancen auch ohne übermäßigen Ballbesitz

Trotzdem schafft es das Team, sich regelmäßig hochkarätige Torchancen zu erarbeiten. Laut premierleague.com haben nur Liverpool und Manchester City mehr Schüsse als West Ham (165). Bei den Schüssen aufs Tor liegt West Ham mit 55 Stück auf dem 5. Platz. Bei den Flanken belegt die Moyes-Truppe den 4. Rang (237), der Spitzenreiter in dieser Kategorie ist der FC Liverpool mit nur sechs Flanken mehr.

Außerdem ist West Ham ein sehr diszipliniertes Team, belegt durch die Anzahl von erst zwölf gelben Karten. Nur Chelsea und Liverpool haben weniger – mit jeweils elf Verwarnungen. Eine große Stärke des Teams ist auch ihr Kampfgeist. Im Oktober 2020 lagen die Hammers nach 81 Spielminuten 0:3 bei Tottenham zurück, bevor man sich in der Schlussphase in einen Tor-Rausch spielte und in der 94. Minute den 3:3-Endstand erzielte.

Darüber hinaus ist West Ham bei Standardsituationen sehr torgefährlich. Auch kontern können die Hammers. Dafür benötigt Moyes gedankenschnelle Spieler, die zugleich die technischen Fähigkeiten im Passspiel mitbringen.

Schlüsselspieler Declan Rice

Einer davon und vielleicht der wichtigste im Kader ist Declan Rice, unbestritten die Schaltzentrale im Spiel nach vorne. Der erst 22-jährige Sechser, der sein Premier-League-Debüt im Mai 2017 im zarten Alter von 18 Jahren gab, ist ein hervorragender Ballverteiler, gut im Zweikampf und für seine Größe ziemlich beweglich.

Bis er womöglich in naher Zukunft zu einem noch größeren Klub wechselt, wird West Ham noch viel Freude mit ihm haben. Bis 2013 spielte Rice noch in der Chelsea-Jugend. Den Blues schmerzt es noch immer, dass Rice sich damals dem Stadtrivalen anschloss.

Interessant ist, dass Rice 2018 drei Freundschaftsspiele für die irische Nationalmannschaft absolvierte. Da seine Großeltern väterlicherseits Iren sind, konnte sich der gebürtige Londoner zwischen zwei Nationen entscheiden.

Ein Verbandswechsel war noch möglich, da er für Irland weder in einem Qualifikationsspiel noch in einem Spiel innerhalb eines offiziellen Wettbewerbs auflief. Inzwischen hat Rice 27 Länderspiele für England auf dem Buckel, bei der diesjährigen Europameisterschaft war er Stammkraft.

Soucek besitzt enorme Qualität, sucht aber noch nach seiner Form

Nicht nur Rice, sondern auch Allrounder Tomas Soucek hat in den letzten zwei Jahren einen enormen Entwicklungssprung hingelegt. Die beiden sind zweifelsohne eines der besten Sechser-Duos der Liga.

In der letzten Saison erzielte Soucek zehn Tore in der Liga und war gemeinsam mit Stürmer Michail Antonio der torgefährlichste Spieler im Team. Der Tscheche rückt oft in den Strafraum nach und hat einen guten Riecher, um in Schussposition oder zum Kopfball zu kommen.

In dieser Saison hat er allerdings erst einmal getroffen. „Genau wie Menschen, die an den Tankstellen rund um das Londoner Stadion Schlange stehen, scheint auch Soucek der Sprit auszugehen“, schreibt The Athletic.

Moyes vertraut Soucek

Der Trainer stärkt Soucek derweil den Rücken. „Tomas wird im Laufe der Saison seine Tore machen. Declan Rice hat andere Eigenschaften, die ihm ebenfalls Tore bescheren werden. Ich hoffe also, dass wir in dieser Saison zwei Mittelfeldspieler mit guten Torquoten haben werden“, sagte Moyes Mitte Oktober.

Der 58-Jährige schwärmte auch von der Mentalität seines Führungsspielers: „Wir setzen ihn unter Druck, damit er die gleichen Tore erzielt wie im letzten Jahr. Wir mögen seine Arbeitsmoral – wir lieben seine Arbeitsmoral.“

Angreifer Antonio netzt regelmäßig

Statt Soucek befindet sich Michail Antonio auf einem fulminanten Höhenflug. Der 31-Jährige Spätstarter ist in glänzender Form und hat bereits sechs Premier-League-Tore erzielt. Im Juli 2020 beim 4:0-Sieg gegen Norwich City war Antonio sogar für alle Treffer seines Teams verantwortlich. Selbst wenn er mal nicht trifft, hilft er seinen Mitspielern, indem er robust den Ball behaupten kann.

Wenn Antonio verletzungsbedingt ausfallen sollte, hat West Ham allerdings keinen gleichwertigen Ersatz in der Hinterhand. Überhaupt hat West Ham für englische Verhältnisse einen relativ kleinen Kader, insbesondere angesichts der Zusatzbelastung Europa League. Dennoch hat das Team kaum verletzte Spieler, was für eine ausgezeichnete medizinische Abteilung und exzellente Trainingssteuerung spricht.

Fornals, Bowen und Benrahma bilden das Trio im offensiven Mittelfeld

Die offensiven Mittelfeldspieler Nikola Vlasic, Pablo Fornals, Manuel Lanzini, Saïd Benrahma und Jarrod Bowen sind im besten Fußballeralter, einzig Andriy Yarmolenko ist schon über 30 Jahre alt. Lanzini, Vlasic und Yarmolenko müssen meist mit der Ersatzbank Vorlieb nehmen. In den wichtigen Spielen gibt es an Fornals, Bowen und Benrahma kein Vorbeikommen.

Insbesondere Benrahma ist in prächtiger Form, der Algerier hat national und international bisher schon neun Scorerpunkte (sechs Tore, drei Vorlagen) sammeln können.

„Man muss ihm sagen, dass er der beste Spieler auf dem Platz sein wird.“

Declan Rice über Saïd Benrahma

Nach dem 2:2 gegen KRC Genk, bei dem Benrahma zweimal traf, bekam er von einem Teamkollegen ein Sonderlob. „Er ist ein Spieler, dem man Selbstvertrauen geben muss. Man muss ihm sagen, dass er der beste Spieler auf dem Platz sein wird. Er hat uns aus der Patsche geholfen. Er ist ein unglaublicher Spieler“, sagte Rice im Interview mit BT Sport.

Nicht nur teure Missverständnisse, sondern auch kluge Transfers

In der Rückrunde der Saison 2020/2021 konnte West Ham Jesse Lingard von Manchester United ausleihen. Der feine Techniker kam bei West Ham deutlich mehr zum Zuge als beim englischen Rekordmeister, spielte befreit auf und schoss neun Tore in 16 Premier-League-Partien und bereitete fünf weitere vor. Doch selbst ohne die Tore Lingards, der in Manchester nun wieder Reservist ist, läuft es für West Ham blendend.

Das hat auch damit zu tun, dass die Transferpolitik oft verkannt wird. West Ham verpflichtete Benrahma vom damaligen Zweitligisten Brentford, Soucek und Coufal kamen von Slavia Prag. Bowen wurde vom Zweitligisten Hull City abgeworben. Das Quartett beweist: Nicht immer hat das Management beim Personal danebengegriffen, wie noch im Fall von Haller oder Anderson.

Mark Noble und weitere Vereinslegenden

Einer der prägendsten Akteure der Vereinsgeschichte darf aber nicht vergessen werden: Mark Noble. Der defensive Mittelfeldspieler spielt mit seinen 34 Jahren in der Liga zwar keine große Rolle mehr, seine Konstanz und Langlebigkeit sucht aber seinesgleichen. Seinen ersten Einsatz für die 1. Mannschaft West Hams hatte Noble 2005, seitdem sind 534 Pflichtspiele dazugekommen.

Man tritt Noble allerdings nicht zu nahe, wenn man in der 126 langen Vereinshistorie Spieler wie Geoff Hurst oder Bobby Moore als noch bedeutender einordnet. Beide wurden 1966 Weltmeister mit England. Hurst schoss im Finale gegen Deutschland drei Tore, darunter das 3:2 in der Verlängerung, das später als sogenanntes Wembley-Tor in die Geschichte eingehen sollte.

Daneben gilt West Ham als geschätzte Talentschmiede des englischen Fußballs. Bekannte Spieler wie Frank Lampard, Rio Ferdinand, Michael Carrick, Joe Cole oder Glen Johnson haben im Nachwuchs und in ihren ersten Profijahren bei West Ham gespielt.

Für West Ham-Fans gibt es dennoch keinen Grund dafür, sentimal an die Vergangenheit zu denken, denn in der Gegenwart könnte der Klub Geschichte schreiben. Der jüngste Erfolgskurs hat die Anhänger sogar ein Stück weit mit dem ungeliebten Stadion versöhnt. Am wichtigsten ist schließlich, dass die Hammers auf dem Spielfeld ihrem Namen alle Ehre machen.

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